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IT-Onlinekonferenz 2026: BYK und Implementierungspartner LogiPlus sprechen über Herausforderungen, Umsetzung und Erfolgsfaktoren

BYK-Chemie migriert erfolgreich ein vollautomatisiertes Gefahrstofflager von SAP WM auf SAP EWM

Ludwigshafen, 15.06.2026 (PresseBox) - Wie gelingt die Migration eines hochautomatisierten Distribution Centers von SAP Warehouse Management (WM) auf SAP Embedded Extended Warehouse Management (EWM) im Brownfield-Ansatz ? parallel zur SAP S/4HANA-Transformation und ohne Unterbrechung des laufenden Betriebs? Antworten auf diese zentrale Frage lieferte die IT-Onlinekonferenz am 07. Mai 2026 im Rahmen eines moderierten Expert-Talks mit BYK-Chemie und LogiPlus Consulting.

Unter dem Titel ?Vollautomatisiertes Distribution Center bei BYK ? Migration von SAP WM zu SAP EWM im Brownfield? diskutierten Christian Schnaak, Leiter IT Digital Core SCM bei BYK, und Thilo Matheis, CEO der LogiPlus Consulting GmbH, gemeinsam mit Moderatorin Maike Rose, Geschäftsführerin des IT-Onlinemagazins und Dr. Rainer Stoll (Moderation & Redaktion), über Herausforderungen, Erfolgsfaktoren und Learnings aus einem anspruchsvollen Transformationsprojekt.

Im Mittelpunkt stand die Ablösung eines seit rund 18 Jahren gewachsenen, stark individualisierten SAP WM-Systems durch eine standardnahe, zukunftssichere SAP Embedded EWM Advanced Lösung ? in einem hochautomatisierten und sicherheitskritischen Lagerumfeld.

Hochautomatisierte Gefahrstofflogistik als besondere Rahmenbedingung

BYK betreibt am Standort Wesel ein zentrales Distribution Center für flüssige Chemikalien, das als logistisches Rückgrat für die europäische Supply Chain dient. Das Lager umfasst rund 11.500 Palettenstellplätze und arbeitet nahezu vollautomatisiert mit Regalbediengeräten, Fördertechnik und KUKA-Kommissionierrobotern. Die Anlage ist eng in eine globale Prozesslandschaft eingebunden und wird im 24/6- bzw. 24/7-Betrieb betrieben.

Christian Schnaak erläuterte im Talk die Dimension des Standorts: Rund 6.000 Anlieferungen, 27.000 Auslieferungen und mehr als 250.000 Positionen pro Jahr machen das Lager zu einem hochsensiblen Bestandteil für die Lieferfähigkeit und Wettbewerbsstärke des Unternehmens.

Von Individualentwicklung zu Standardisierung und Zukunftssicherheit

Die Ausgangslage war geprägt durch ein stark angepasstes SAP WM-System inklusive individuell programmierter Materialflusssteuerung und eigener Telegramm-Abwicklung. Diese hohe Individualisierung brachte zwar über Jahre hinweg optimierte Abläufe, führte jedoch gleichzeitig zu eingeschränkter Erweiterbarkeit, hohen Supportkosten und starker Abhängigkeit von externen Dienstleistern.

?Das System lief stabil, aber es war nicht mehr ausbau- oder erweiterungsfähig. Für zukünftige Anforderungen und Modernisierungen mussten wir uns neu aufstellen.?, erklärte Schnaak.

Die Abkündigung von SAP WM durch die SAP, aber vor allem auch strategische Ziele wie Standardisierung, Skalierbarkeit und die Vorbereitung auf künftige Lagererweiterungen, machten den Wechsel zu SAP EWM alternativlos.

SAP Embedded EWM als bewusste Architekturentscheidung

BYK entschied sich bewusst für SAP Embedded EWM Advanced, um die Systemlandschaft im Zuge der S/4HANA-Transformation zu harmonisieren und die Komplexität dauerhaft zu reduzieren. Auch Performance- und Wartungsaspekte sprachen für die Embedded-Variante.

?Ein Lagerprojekt ist niemals nur ein IT-Projekt. Es betrifft Prozesse, Automation ? und vor allem die Menschen auf dem Shopfloor.?, betonte Thilo Matheis im Talk.

LogiPlus Consulting unterstützte BYK über den gesamten Projektverlauf hinweg ? von der Planung und Systemarchitektur über Cutover- und Testkonzepte bis hin zur operativen Umsetzung und anschließender Hypercare Phase.

Brownfield als logische Konsequenz der ?vorgegebenen Physik?

Aufgrund der vorhandenen Lagertopologie, Materialflüsse und Automatisierungstechnik war der Brownfield-Ansatz die einzig sinnvolle Vorgehensweise. Die physikalischen Gegebenheiten des Lagers ließen keinen Spielraum für ein Greenfield-Re-Design.

?Wir haben den Brownfield-Ansatz bewusst gewählt, da wir ein hochautomatisiertes Lager haben, in dem die Automation bis zur Bereitstellzone geht. Die Lagertopologie und die Materialflüsse waren vorgegeben. Deshalb war es klar, dass wir der vorgegebenen Physik und den vorgegebenen Prozessen folgen.?, erläuterte Schnaak.

Die Projektmethodik orientierte sich an einem klassischen Phasenmodell ? inklusive GAP-Analyse, Umsetzung, Test, Schulung, Migration, Go-Live und Hypercare.

Projektstandort direkt am Lager: Change Management als Schlüssel zum Erfolg

Ein zentraler Erfolgsfaktor war die konsequente Einbindung der Mitarbeitenden vor Ort. Das Projektteam arbeitete bewusst direkt im Lagerumfeld ? in unmittelbarer Nähe zu den operativen Teams.

?Wir haben das Projekt bewusst im Lager durchgeführt, nah an den Abläufen, nah an der Automatik und nah an den Menschen?, so Schnaak.

Damit konnten Schulung, Akzeptanzaufbau und die schnelle Abstimmung mit den operativen Bereichen deutlich verbessert werden ? ein wichtiger Faktor in einem Umfeld, in dem Prozessstabilität und Sicherheit höchste Priorität haben.

Starkes Interesse aus dem Markt: WM-Migration bleibt Top-Thema

Im Rahmen der Live-Session wurden interaktive Umfragen durchgeführt. Das Ergebnis spiegelt die aktuelle Marktlage wider: Mehr als 70% der antwortenden Teilnehmer befindet sich noch in der Planung, Vorbereitung oder Umsetzung einer SAP WM-Migration.

Gleichzeitig zeigt sich, dass im Intralogistik-Umfeld immer noch On-Premise Lösungen einer Cloud-Lösung vorgezogen werden. 59% sprechen sich für eine On-Premise Lösung aus, während nur 9% auf eine Cloud-Lösung migrieren möchten. Rund 32% der Befragten haben sich noch nicht entschieden, auf welche Lösung sie migrieren möchten.

Praxisformat mit echtem Mehrwert

Die IT-Onlinekonferenz bot bewusst einen direkten Austausch aus erster Hand von einem Anwenderunternehmen ? ungefiltert und direkt. Die Teilnehmer konnten Fragen im Live-Chat stellen und erhielten praxisnahe Antworten aus Kunden- und Implementierungsperspektive.

Der Expert-Talk verdeutlichte: Auch unter schwierigen Bedingungen ? hochautomatisierte Gefahrstofflogistik, parallele S/4HANA-Transformation und laufender Betrieb ? ist eine erfolgreiche Migration von SAP WM auf SAP Embedded EWM möglich, wenn Architektur, Teststrategie, Prozessverständnis und Change Management intelligent aufeinander abgestimmt sind.

Über "LogiPlus Consulting GmbH":
Im Jahr 1999 von ehemaligen Mitarbeitern der SAP gegründet, bietet das in Ludwigshafen am Rhein ansässige SAP Beratungshaus passgenaue Konzepte und Lösungen zur Optimierung und Digitalisierung der Supply Chain. Als SAP Silver Partner und ausgezeichnet mit der SAP Recognized Expertise in Supply Chain Management liegt der Fokus unter anderem auf den Lösungen SAP EWM, SAP MFS, SAP Stockroom Management, SAP TM sowie SAP S/4HANA.

Die End-to-End Services reichen von der Strategie- und Prozessberatung über die Entwicklung, Integration und Implementierung der Lösungen bis hin zum Betrieb und Support.

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