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Transformation der Rüstungsfertigung

Defence ? ein vielversprechender Absatzmarkt für die Robotik

Bayreuth, 17.06.2026 (PresseBox) - Die Europäische Union muss sich militärisch neu aufstellen, um ihre Verteidigungsfähigkeit sicherzustellen. Um dieses Ziel zu erreichen, bedarf es massiver Investitionen in Produktionskapazitäten für militärische Ausrüstung. Dabei sollte die Produktion aus gutem Grund in Europa und mit europäischen Herstellern erfolgen. Für die Projektierung und Fertigung der hoch automatisierten Anlagen bietet Stäubli seine Robotik-Expertise an.

Der Maschinenbau schwächelt. Der Wettbewerbsdruck vor allem aus China wächst, die Standortbedingungen sind keineswegs optimal, und mit der Automobilindustrie befindet sich eine zentrale Abnehmerbranche in der größten Transformationsphase seit mehr als hundert Jahren. Allein die schrittweise Abkehr vom Verbrennungsmotor hat zur Folge, dass immer weniger Maschinen und Anlagen für die Produktion von Komponenten benötigt werden. Und das ist nur einer von mehreren Trends, die sich hemmend auf die Automobilproduktion in Europa auswirken.

Die Automatisierungsbranche muss sich somit nach neuen Absatzmärkten umschauen. Parallel dazu sieht sich die Rüstungsindustrie gezwungen, ihre Kapazitäten massiv auszubauen. Zu den Gründen gehören immer mehr geopolitische Verwerfungen und die Einsicht, dass jedes europäische NATO-Land verstärkt in die eigene Verteidigungsbereitschaft investieren sollte.

Die öffentlichen Mittel für die Unterstützung einer solchen Investitionsoffensive stehen bereit ? in Deutschland mit dem Sondervermögen. Die gesellschaftliche Akzeptanz ist ebenso vorhanden wie etablierte Unternehmen, die aktuell einen deutlichen Ausbau ihrer Fertigung planen, darunter Airbus, Diehl Defence, Hensoldt, KNDS, Rheinmetall, ThyssenKrupp Marine Systems und weitere. Und es gibt neue Marktteilnehmer, die ihre Produktion von neuen Drohnentypen hochfahren: Germandrones, Helsing, Quantum Systems, Tytan...

Ziel: rascher Aufbau von Produktionskapazitäten

Die Finanzmittel stehen zur Verfügung, der Bedarf ist immens, die Rüstungsunternehmen sind bereit. Aber: Noch hat die Fertigung militärischer Ausrüstung zuweilen eher Manufakturcharakter. Was fehlt, sind hochmoderne, skalierbare Produktionslinien mit wegweisender Automation und dem Einsatz intelligenter Robotik, die im Gegensatz zu starren Produktionssystemen die nötige Flexibilität garantiert. Nur so lässt sich der Nachholbedarf im anvisierten Zeitraum decken.

Dafür gibt es in Deutschland eine breite Basis an Zulieferern, Maschinen- und Sonderanlagenbauern, die hier schnell liefern könnten. Leider verfügen aber längst nicht alle Unternehmen über die nötigen Zertifizierungen und Qualifizierungen.  Zu beachten sind hier beispielsweise die Regelungen des Bundesamts für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) und des Bundesamts für Wirt-schaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), ebenso die ISO 9100, die die ISO 9001 um spezifische Sicherheits- und Zuverlässigkeitsanforderungen für die Luft- und Raumfahrt sowie die Verteidigungsindustrie ergänzt.

Voraussetzung: vertrauensvolle Zusammenarbeit

Aus Sicht der Unternehmen in der Verteidigungsindustrie, gilt für die Auswahl der Zulieferer von Automatisierungstechnik ein weiteres, sehr wichtiges Kriterium: die Vertraulichkeit bei der Zusammenarbeit. Im Klartext: Informationen aus den Projekten dürfen auf keinen Fall in falsche Hände gelangen. In Sachen Sicherheit und Geheimhaltung unterscheiden sich militärische deutlich von zivilen Projekten. Das kann beispielsweise die Installation von Sicherheitsdaten-Servern nach NATO-Vorgaben mit strikten Zugangsvoraussetzungen notwendig machen.

Unter anderem aus diesem Aspekt bietet die Zusammenarbeit mit Stäubli, so Peter Pühringer, Geschäftsführer Stäubli Robotics Bayreuth für Kunden in der Wehrtechnik klare Vorteile: ?Als Schweizer Familienunternehmen mit starkem Footprint in Deutschland gehören wir zu den letzten Roboterherstellern mit ausschließlich europäischer Herkunft samt Entwicklung und Lieferkette. Außerdem sind wir stark technologiegetrieben, unsere Roboter arbeiten hoch präzise, sie sind extrem langlebig und wir bringen Erfahrung in allen Automatisierungsfeldern von Montage über Handhabung bis hin zur Qualitätssicherung mit.?

Robotiklösungen für anspruchsvolle QS-Aufgaben

Ein Beispiel: Die britische Ultrasonic Science Ltd. baut Anlagen für die zerstörungsfreie Ultraschallprüfung von Flugzeugrümpfen aus Faserverbundwerkstoffen. Dabei müssen die teilweise sehr großen und komplex geformten Bauteile Quadratzentimeter für Quadratzentimeter auf Unregelmäßigkeiten wie Fremdkörpereinschlüsse und Delaminationen überprüft werden. Dies geschieht, indem die Anlage die zu prüfenden Teile beidseitig synchron mit einem beweglichen Wasserstrahl beaufschlagt, der im gleichen Winkel auf die Oberfläche auftreffen muss.

Zwei Stäubli Sechsachsroboter, die auf einer Linearachse verfahren, führen den Wasserstrahl mit höchster Präzision und absolut synchron. Insgesamt werden beim Prüfvorgang 18 Achsen koordiniert und synchronisiert ? eine auch aus Sicht von Robotik-Experten sehr anspruchsvolle und sicherheitssensible Aufgabe.

Für weitere anspruchsvolle Anwendungen im Wehrtechnik? und Munitionsbereich bietet Stäubli Robotics speziell ausgestattete Robotersysteme, unter anderem mit durchgängiger Temperaturüberwachung aller Antriebe, ESD?Schutz, Sperrluft?Optionen sowie ATEX?Ausführung.

Mobilroboter für spezielle Logistikaufgaben

Dass Stäubli auch im Bereich der mobilen Robotik mit innovativen Lösungen aufwarten kann, sieht Peter Pühringer als weiteren entscheidenden Vorteil: ?Wir bieten ein breites Programm an autonomen mobilen Robotern, bis hin zum Schwerlast-Transportsystem. Unsere AGV und selbstfahrende Gabelstapler sind erste Wahl für die Optimierung und Automatisierung der logistischen Prozesse beispielsweise bei der Produktion von gepanzerten Fahrzeugen, Flugzeugen und Raketen.?

Ein solches Schwerlast-FTS von Stäubli kommt beispielsweise beim Zentrum für Leichtbau-Produktionstechnologie (ZLP) in Augsburg zum Einsatz. Hier übernimmt das ferngesteuerte Fahrzeug den Transport von CFK-Strukturbauteilen von Flugzeugen in die Aushärteöfen. Das geschieht in bis zu 20 Tonnen schweren Werkzeugen, die dem Bauteil seine Form geben.

Neue Konzepte für die automatisierte und zugleich flexible Produktion

Zu den Zielen von Stäubli bei der Zusammenarbeit mit Unternehmen der Verteidigungsindustrie gehört es auch, diese Kunden bei der Umsetzung neuer Produktionskonzepte zu unterstützen. Dabei kooperiert der Roboterhersteller mit Sonderanlagenbauern, die bereits Erfahrung in der Rüs-tungsindustrie gesammelt haben, wie zum Beispiel dem Automatisierungsexperten M.A.i. aus dem fränkischen Kronach.

Deren Geschäftsführer Mario Michel empfiehlt dabei einen intelligenten Ansatz statt schierer Massenproduktion: ?Insbesondere bei Drohnen und anderen hochentwickelten Systemen geht es nicht darum, möglichst hohe Stückzahlen auf Vorrat zu produzieren. Sinnvoller ist es vielmehr, Ferti-gungskapazitäten aufzubauen. Denn der Ukraine-Konflikt belegt, dass Drohnen innerhalb weniger Wochen bereits wieder veraltet sind. Ziel ist es deshalb, innerhalb kürzester Zeit hohe Stückzahlen an Drohnen der jüngsten Generation ´on demand´ produzieren zu können. Dabei ist Flexibilität gefragt, die wir mit Automation und Robotik bestens gewährleisten können.?

Am besten: Ganzheitliche Lösungen aus einer Hand

Solche automatisierten und zugleich flexiblen Produktionssysteme können selbst Systemintegratoren und Roboterhersteller nicht ganzheitlich aus eigenen Ressourcen bereitstellen. In so anspruchsvollen Einsatzfeldern wie der Verteidigungsindustrie müssen sie auf weitere Fertigungskompetenzen zurückgreifen können. Eben diese Kompetenzen sind in der kürzlich gegründeten Initiative Partners for Defence ? kurz P4D ? vereint, der neben M.A.i. und Stäubli sieben weitere Unternehmen aus dem Maschinenbau und der Automatisierungstechnik angehören.

Dieser Zusammenschluss vereint Erfahrung, technologische Exzellenz und Innovationskraft in allen für die Rüstungsindustrie relevanten Produktionsbereichen. Peter Pühringer: ?Ziel der Partnerschaft ist es, Synergien zu schaffen, Know-how zu teilen und gemeinsam leistungsstarke, praxisgerechte und den Anforderungen der Verteidigungsindustrie entsprechende Fertigungsanlagen bereitzustellen ? damit schnell die benötigten Produktionskapazitäten aufgebaut werden können.?

Schulterschluss für Einstieg in neuen Markt

Welchen Stellenwert Stäubli Robotics dem Thema Defence einräumt, unterstreicht ein Symposium mit dem Titel ?Connecting Expertise in Automation and Defence?, das das Unternehmen am 2.Juli 2026 in seinem neuen Welcome Center am Standort Bayreuth veranstaltet. Als Referenten konnten namhafte Experten gewonnen werden, die Erfahrungen im Defence-Bereich mitbringen.

Zum Start des Symposiums erläutert Marc Helmig, Abteilungsleiter Mittelstand im Bundesverband der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie, das Ökosystem dieser Industrie, erklärt die Grundlagen und benennt die Voraussetzungen für den Marktzugang. Es folgen Vorträge von Referenten aus mittelständischen Unternehmen (ASIS, M.A.i., Rösler?), die in der Initiative P4D aktiv und auch bereit und in der Lage sind, Impulse für die Automatisierung der Produktion in der Verteidigungsindustrie zu setzen.

Text: Ralf Högel

Über "Stäubli Tec-Systems GmbH Robotics":
Stäubli ist ein weltweit agierender Anbieter von Mechatronik-Lösungen in vier Geschäftsbereichen: Electrical Connec-tors, Fluid Connectors, Robotics und Textile. Wir sind ein internationaler Konzern, der in 28 Ländern tätig und in 50 Ländern auf 4 Kontinenten vertreten ist. Unsere weltweite Belegschaft von über 6.000 Mitarbeitern setzt sich dafür ein, mit Kunden aus fast allen Industriesparten eine partnerschaftliche Beziehung zu pflegen, um Ihnen umfassende Lö-sungen und langjährigen Support bieten zu können. Ursprünglich 1892 als kleine Werkstatt in Horgen/Zürich, CH, gegründet, ist Stäubli heute ein internationaler Konzern mit Hauptsitz in Pfäffikon, Schweiz.

[url=https://www.staubli.com/global/de/about-us.html]Über uns (staubli.com)[/url]

Über Stäubli Robotics

Stäubli Robotics ist ein weltweit führendes Unternehmen im Bereich der Industrieautomation, das für die Leis-tungsfähigkeit und Zuverlässigkeit seiner Technologie, aber auch seiner Services bekannt ist. Im Rahmen seines Komplettprogramms für die digital vernetzte Produktion bietet Stäubli ein breites Spektrum an Vier- und Sechsachsroboterarmen, darunter Speziallösungen für sensible Einsatzbereiche, mobile Roboter, fahrerlose Transportsysteme (FTS) sowie Cobots für die Mensch-Roboter-Kollaboration.

[url=https://www.staubli.com/global/de/robotics.html]Roboterautomation für industrielle Anwendungen | Stäubli (staubli.com)[/url]

https://www.linkedin.com/company/staubli-robotics/

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