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Transparente Vergaben, schnellere Genehmigungen und verlässliche Rahmenbedingungen: Diese Kernforderungen haben die BAUVERBÄNDE.NRW in einem politischen Austausch mit den CDU-Landtagsabgeordneten Jens Kamieth und Jochen Ritter bekräftigt.

BAUVERBÄNDE.NRW fordern mehr Vergabe-Transparenz und verlässliche politische Rahmenbedingungen

Düsseldorf, 27.07.2026 (PresseBox) - Im Rahmen eines politischen Austauschs hat sich Dr. Bernhard Baumann, Hauptgeschäftsführer der BAUVERBÄNDE.NRW, mit den Landtagsabgeordneten Jens Kamieth und dem baupolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Jochen Ritter MdL, über die aktuellen Herausforderungen der nordrhein-westfälischen Bauwirtschaft ausgetauscht.

Im Mittelpunkt standen transparente Vergabeverfahren, schnellere Genehmigungen für Schwer- und Großraumtransporte, die Preisentwicklung bei Baustoffen sowie die Fortschreibung des Landesentwicklungsplans.

Transparenz bei öffentlichen Vergaben stärken

Den größten Raum nahm die Diskussion über die Auswirkungen des § 75a der Gemeindeordnung Nordrhein-Westfalen (GO NRW) ein. Seit Inkrafttreten der Regelung zum 1. Januar 2026 verfügen Kommunen im Unterschwellenbereich über deutlich erweiterte Möglichkeiten bei der Vergabe öffentlicher Aufträge. Nach Auffassung der BAUVERBÄNDE.NRW führt dies in der Praxis zunehmend zu einem Mangel an Transparenz.

?Gerade kleine und mittelständische Bauunternehmen sind auf nachvollziehbare und faire Wettbewerbsbedingungen angewiesen. Wenn Betriebe nicht mehr erkennen können, ob öffentliche Bauleistungen überhaupt ausgeschrieben werden oder auf welchem Weg Aufträge vergeben werden, wird der Zugang zum öffentlichen Markt erheblich erschwert?, erklärte Dr. Bernhard Baumann.

Kritisch bewerten die BAUVERBÄNDE.NRW zudem, dass Unternehmen nach Abschluss von Vergabeverfahren häu?g keine ausreichenden Informationen über deren Ausgang erhalten. Teilweise würden weder Submissionsergebnisse noch Vergabeentscheidungen veröffentlicht. Damit fehle den Bietern eine wichtige Grundlage, um Vergabeverfahren nachzuvollziehen und ihre Angebote künftig weiter zu verbessern.

Nachbesserungen bei der geplanten Novelle der Landesbauordnung

Ebenfalls Gegenstand des Austauschs war die zum September in Kraft tretende Novelle der Landesbauordnung Nordrhein-Westfalen. Erörtert wurden dabei auch die Inhalte des jüngst von CDU und GRÜNEN eingebrachten Änderungsantrags, der mehrere Anregungen aus der Sachverständigenanhörung des Landtags aufgreift, an der die BAUVERBÄNDE.NRW beteiligt waren. "Das neue Regelwerk wird sowohl für den Neu- als auch den Umbau im Bestand deutlich weniger Standards vorschreiben als bisher. Damit wird Bauen in NRW einfacher und günstiger", erklärt Jochen Ritter.

Ein weiteres Thema war die weiterhin unbefriedigende Situation bei der Genehmigung von Schwer- und Großraumtransporten. Die langwierigen Genehmigungsverfahren führen nach Einschätzung des Baugewerbes vielerorts zu erheblichen Verzögerungen bei Bauprojekten und beeinträchtigen die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen.

Positiv nahmen die Gesprächspartner die Ankündigung von Jochen Ritter auf, dass der Verkehrsausschuss des Landtags in Kürze ein Memorandum zu Schwerlasttransporten veröffentlichen werde, das zur Beschleunigung und Vereinfachung der Genehmigungsverfahren beitragen soll.

?Die nun vereinfachten Genehmigungsverfahren sind ein wichtiges Signal gerade für Südwestfalen: Sie beschleunigen perspektivisch die Schwerlasttransporte und stärken das Handwerk und die Industrie vor Ort", so Jens Kamieth MdL, Mitglied des NRW-Verkehrsausschusses.

Sorge bereitet der Bauwirtschaft außerdem die aktuelle Entwicklung der Preise für rohölbasierte Baustoffe. Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und die damit verbundenen Risiken für internationale Lieferketten haben bereits zu deutlichen Preissteigerungen geführt. Dadurch erhöht sich der wirtschaftliche Druck auf Bauunternehmen ebenso wie auf öffentliche und private Auftraggeber.

Ausreichend Entwicklungs?ächen sichern

Intensiv diskutierten die Gesprächspartner darüber hinaus die Fortschreibung des Landesentwicklungsplans. Aus Sicht der BAUVERBÄNDE.NRW dürfen Wohnbau- und Gewerbe?ächen nicht weiter verknappt werden. Nordrhein-Westfalen benötige ausreichende Entwicklungs?ächen, um den Wohnungsbau voranzubringen, Unternehmen Perspektiven für Investitionen zu eröffnen und den Wirtschaftsstandort nachhaltig zu stärken.

?Unsere Betriebe schaffen Wohnraum, bauen Infrastruktur, investieren in moderne Technik und bilden Fachkräfte aus. Damit sie diese Aufgaben erfüllen können, brauchen sie verlässliche politische Rahmenbedingungen, ausreichend Entwicklungs?ächen sowie transparente und faire Vergabeverfahren?, betonte Dr. Bernhard Baumann. ?Eine leistungsfähige mittelständische Bauwirtschaft ist ein wesentlicher Baustein für die wirtschaftliche Zukunft Nordrhein-Westfalens.?

Anliegen des Baugewerbes in die politische Beratung einbringen

Abschließend tauschten sich die Gesprächspartner über die bevorstehende Landtagswahl und die wirtschaftspolitischen Herausforderungen des Landes aus. Jens Kamieth und Jochen Ritter signalisierten großes Verständnis für die Anliegen des Baugewerbes und sagten zu, die angesprochenen Themen in die weiteren Beratungen der CDU-Landtagsfraktion einzubringen.

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