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Das Institut der deutschen Wirtschaft rechnet bis 2036 mit einer Lücke von 4,3 Millionen Arbeitskräften. Das Erwerbspersonenpotenzial sinkt in diesem Zeitraum um 6,9 Prozent auf 51,2 Millionen Personen.

Erfahrungswissen verlässt die Betriebe schneller als geplant: 14,1 Millionen Babyboomer stehen noch vor dem Rentenalter, 2030 sind es 7,6 Millionen

Bietigheim-Bissingen, 21.08.2026 (PresseBox) - Der demografische Wandel ist für die meisten Betriebe keine Vorschau mehr, sondern Tagesgeschäft. Laut dem IW-Kurzbericht 39/2026 (Institut der deutschen Wirtschaft) haben fünf der insgesamt über 19 Millionen Babyboomer das gesetzliche Renteneintrittsalter bereits erreicht. Unterhalb dieser Schwelle stehen noch 14,1 Millionen Personen, 2030 werden es nur noch 7,6 Millionen sein. Das entspricht einem Rückgang um 46,3 Prozent innerhalb weniger Jahre. Veröffentlicht wurde der Bericht am 15. Juni 2026.

Der Abgang lässt sich beziffern, das Nachrücken auch

Als Babyboomer gelten dem Bericht zufolge die Jahrgänge 1954 bis 1969; der stärkste Jahrgang 1964 zählte 1,4 Millionen Lebendgeborene. Bis 2036 erreichen dagegen lediglich 9,8 Millionen Personen das erwerbsfähige Alter.

Zwischen beiden Zahlen liegt die eigentliche Aufgabe. Wer weniger Menschen hat, muss deren Wissen besser zugänglich machen ? und dafür überhaupt erst wissen, was ein systematischer Umgang mit dem Wissen im Unternehmen leisten kann.

Was der Kurzbericht ausweist

Nach Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft ergibt sich folgendes Bild:

Von über 19 Millionen Babyboomern haben fünf Millionen das Renteneintrittsalter erreicht.

Aktuell stehen 14,1 Millionen noch darunter, 2030 sind es 7,6 Millionen.

Das entspricht einem Rückgang um 46,3 Prozent.

Bis 2036 erreichen nur 9,8 Millionen Personen das erwerbsfähige Alter.

Das Erwerbspersonenpotenzial sinkt bis 2036 um 6,9 Prozent auf 51,2 Millionen.

Nicht alles Wissen steht in einem Dokument

Die Lücke betrifft Betriebe unterschiedlich, je nachdem wie ihr Wissen vorliegt. Verfahrensbeschreibungen und Konstruktionsunterlagen bleiben im Haus, wenn jemand geht. Die Einschätzung, welcher Lieferant bei Engpässen wirklich liefert, geht mit.

Genau an dieser Unterscheidung setzt die Fachliteratur an: Sie trennt dokumentiertes von personengebundenem Wissen, weil beide unterschiedliche Verfahren verlangen. Welche Formen von Wissen in Organisationen auftreten, ist deshalb keine akademische Frage, sondern eine Voraussetzung für jede Übergabe.

Eine Prognose ist keine Personalplanung

Die Zahlen des Instituts beschreiben ein Potenzial, keine tatsächliche Beschäftigung. Wie viele Menschen dem Arbeitsmarkt am Ende zur Verfügung stehen, hängt auch von Erwerbsquoten, Zuwanderung und Arbeitszeiten ab.

Der Bericht hält zudem fest, dass die aktuelle Prognose pessimistischer ausfällt als die vorherige, weil die Bevölkerung früher schrumpft als angenommen. Für einen einzelnen Betrieb ist der bundesweite Wert ohnehin nur ein Rahmen ? die eigene Altersstruktur ist die härtere Zahl.

Woran sich die kommenden Jahre messen lassen

Bis 2036 wird die Babyboomer-Generation vollständig das gesetzliche Renteneintrittsalter erreicht haben. Der Zeitraum ist damit bekannt, und das unterscheidet diese Entwicklung von den meisten anderen.

?Ein Fachkräfteengpass überrascht niemanden, der einmal in seine eigene Altersstruktur gesehen hat. Ungewöhnlich ist nur, wie selten daraus ein Übergabeplan wird?, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.

Planbar ist an dieser Stelle mehr als sonst. Wer weiß, wann Erfahrungswissen den Betrieb verlässt, kann die Übergabe terminieren, statt sie im Nachhinein zu rekonstruieren.

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