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Der Verband der Schweizer Uhrenindustrie meldet für den Sommer Zuwächse in fast allen Hauptmärkten, während die USA weiter verlieren. Bimetall-Modelle, Stahluhren und Einsteigerpreise unter 200 Franken tragen den Anstieg vor der Zeitumstellung.

Uhrenexporte der Schweiz steigen im August 2026 um 9,1 Prozent: Deutschland nimmt 34 Prozent mehr ab, der Zwölfmonatsschnitt dreht ins Plus

Bietigheim-Bissingen, 18.10.2026 (PresseBox) - Die Schweizer Uhrenexporte sind im August 2026 um 9,1 Prozent auf 1.789,2 Millionen Franken gestiegen. Das meldet der Verband der Schweizer Uhrenindustrie FH in seiner Monatsstatistik für August, die er Mitte September 2026 auf Basis der Zahlen des Bundesamts für Zoll und Grenzsicherheit veröffentlicht hat. Der Monat hatte einen Arbeitstag mehr als der August 2025, und der gleitende Zwölfmonatsdurchschnitt liegt laut FH erstmals seit zwei Jahren wieder im Plus. Im Oktober 2026 kommen damit Uhren in den Handel, die in einem Aufschwung produziert wurden; welche Technik in ihnen arbeitet, erklärt das Fachportal der Provimedia GmbH in seinem Leitfaden zu Aufbau und Wartung mechanischer Uhrwerke.

Die FH weist ausdrücklich darauf hin, dass ihre Statistik Exportwerte zu Ausfuhrpreisen abbildet, nicht Verkäufe an Endkunden. Die Zahlen fassen alle Schweizer Uhrenhersteller zusammen und können nachträglich revidiert werden.

Fünf Kennzahlen beschreiben den Augustsprung der Schweizer Uhrenexporte

Der Monatsbericht der FH für August 2026 nennt fünf Größen, an denen sich die Wende ablesen lässt. Erstens stieg der Gesamtwert aller Uhrenexporte um 9,1 Prozent auf 1.789,2 Millionen Franken. Zweitens legten Armbanduhren allein um 8,6 Prozent auf 1.704,5 Millionen Franken zu, sonstige Produkte wie Werke und Teile um 20,4 Prozent auf 84,7 Millionen Franken. Drittens wuchs die Stückzahl der exportierten Armbanduhren um 9,5 Prozent auf 1,09 Millionen, das sind rund 95.000 Uhren mehr als im August 2025. Viertens erreichten die Exporte von Januar bis August 2026 laut FH 17.240,7 Millionen Franken, 1,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Fünftens drehte der gleitende Zwölfmonatsdurchschnitt nach zwei Jahren im Minus wieder ins Positive.

Wohin die Schweizer Uhren im August 2026 gingen

Deutschland gehörte laut der FH-Marktstatistik zu den Gewinnern des Monats: Die Exporte stiegen um 34,0 Prozent auf 103,3 Millionen Franken, nach 77,0 Millionen im August 2025; damit lag Deutschland auf Rang acht der Zielmärkte. Über die ersten acht Monate bleibt der deutsche Markt mit 791,8 Millionen Franken jedoch 3,7 Prozent unter dem Vorjahr. Die USA blieben mit 197,5 Millionen Franken der größte Einzelmarkt, verloren aber 19,4 Prozent, obwohl die Vergleichsbasis nach Verbandsangaben günstig war. Die sechs größten Märkte zusammen kamen auf 906,6 Millionen Franken und einen Anteil von 50,7 Prozent. Die FH mahnt, die Zahlen der EU-Länder vorsichtig zu lesen: Der ungewöhnliche Sprung Frankreichs um 113,5 Prozent könne nach dem Prinzip kommunizierender Röhren zulasten anderer Märkte der Region gehen.

Welche Materialien und Preisklassen im August zulegten

Alle Materialgruppen wuchsen nach Angaben des Verbands beim Wert. Bimetall-Uhren aus Gold und Stahl legten um 20,1 Prozent auf 355,3 Millionen Franken zu, Uhren aus Edelmetall um 6,9 Prozent auf 660,8 Millionen, Stahluhren um 2,8 Prozent auf 538,9 Millionen. Bei den Stückzahlen trieben Stahlmodelle mit 625.500 Uhren und die Kategorie sonstiger Materialien mit einem Plus von 20,6 Prozent das Wachstum. Nach Preisklassen wuchsen alle Segmente außer dem Bereich von 500 bis 3.000 Franken Exportpreis, der um 0,9 Prozent nachgab; Uhren unter 200 Franken legten um 13,3 Prozent zu, Uhren über 3.000 Franken um 10,2 Prozent. Was die Werkstoffwahl für Gewicht, Kratzfestigkeit und Preis einer Uhr bedeutet, ordnet der Materialvergleich von Stahl, Titan, Keramik und Edelmetall des Fachportals ein.

Wie das Jahr 2025 die Ausgangslage für den Aufschwung markiert

Der Augustanstieg folgt auf zwei rückläufige Jahre. In ihrem Bericht ?Weltweite Uhrenindustrie 2025? vom April 2026 beziffert die FH das Vorjahr mit diesen Eckwerten:

Schweizer Uhrenexporte 2025: 25,6 Milliarden Franken, ein Minus von 1,7 Prozent gegenüber 2024

exportierte Armbanduhren: 14,6 Millionen Stück, 4,8 Prozent oder 740.000 Uhren weniger als 2024

Durchschnittspreis einer exportierten Schweizer Uhr: 2.018 Dollar, hauptsächlich wechselkursbedingt gestiegen

Exporte nach Deutschland 2025: minus 6,8 Prozent, der stärkste Rückgang unter den großen europäischen Märkten

Deutschland als sechstgrößter Uhrenexporteur der Welt: 12,1 Millionen Uhren zu durchschnittlich 169 Dollar

China führte laut demselben Bericht 2025 rund 589,5 Millionen Uhren zu einem Durchschnittspreis von 4 Dollar aus und blieb damit nach Stückzahlen klar an der Spitze. Der Schweizer Anteil am Weltmarkt liegt in Werten, nicht in Mengen.

Worauf sich Uhrenträger vor dem 25. Oktober 2026 einstellen können

In der Nacht zum Sonntag, 25. Oktober 2026, endet die Sommerzeit; Uhren mit mechanischem Werk und Uhren ohne Funkempfang werden dann von Hand um eine Stunde zurückgestellt. Bei Modellen mit Datumsschaltung gilt: Zeiger nicht rückwärts durch die Stunden um Mitternacht drehen, sondern die Zeit vorwärts um 23 Stunden weiterstellen, damit der Datumsmechanismus keinen Schaden nimmt. Die Zahlen für September 2026 veröffentlicht die FH nach ihrem Terminplan am 20. Oktober 2026, die Oktoberwerte folgen am 19. November 2026. Ob der deutsche Markt nach dem August-Sprung auch über das Gesamtjahr ins Plus kommt, entscheidet sich mit diesen beiden Monaten.

?Der August ist ein Signal, kein Trend, solange die Vergleichsbasis so schwach ist wie 2025. Bemerkenswert finde ich, dass die Einsteigerpreise unter 200 Franken und die Uhren über 3.000 Franken gleichzeitig wachsen, während die Mitte stagniert. Wer jetzt eine Uhr kaufen will, sollte Werk, Material und Service prüfen und nicht die Exportstatistik?, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.

Über "Provimedia GmbH":
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