SucheSuchen
OfflineSie sind aktuell nicht angemeldet:
Icon KeyLogin      Icon RegistrierungRegistrierung

Detailansicht

BioM veröffentlicht Jahresreport ?Biotech in Bavaria 2025/26 ? Where champions grow?

Bayerns Biotech-Branche wächst weiter: Rekordfinanzierungen und Gründungshoch trotz herausforderndem Umfeld

Martinsried/München, 17.06.2026 (PresseBox) -

Mehr als 930 Mio. Euro Finanzierungskapital für bayerische Biopharma-Unternehmen

Leichter Zuwachs auf 548 Biopharma-Unternehmen (+1,5 %)

26 neue Start-ups gegründet ? deutliches Plus gegenüber den Vorjahren (+62,5 %)

Beschäftigtenzahl wächst auf 59.000 Mitarbeitende (+3,5 %)

72 Projekte in der klinischen Entwicklung

Übernahme von Biotech-Champion Tubulis durch Gilead unterstreicht internationale Strahlkraft des Standorts

Die bayerische Biotechnologiebranche setzt ihren Wachstumskurs fort. Trotz eines anspruchsvollen globalen Marktumfelds stieg die Zahl der Unternehmen im bayerischen Biopharma-Sektor im Jahr 2025 um 1,5 % auf 548. Gleichzeitig wurden 26 neue Start-ups gegründet (+62,5 %), während die Fördermittel und Finanzierungen mit über 930 Millionen Euro einen neuen Rekordwert erreichten. Das zeigt der neue Jahresreport ?Biotech in Bavaria 2025/26 ? Where champions grow?, den BioM in Martinsried vorgestellt hat.

Gründungshoch bei stabiler Unternehmensentwicklung

Die Zahl der Unternehmen im bayerischen Biopharma-Sektor stieg 2025 auf 548 und damit um acht Unternehmen gegenüber dem Vorjahr. Wachstumstreiber waren insbesondere die Biotechnologie- und Life-Science-Unternehmen. Insgesamt wurden 26 neue Start-ups gegründet (+62,5 %), drei weitere Unternehmen siedelten sich in Bayern an.

Damit setzt sich ein klarer Aufwärtstrend fort: Nach zehn Neugründungen im Jahr 2023 und 16 im Jahr 2024 markiert 2025 einen neuen Höchstwert. Die Entwicklung unterstreicht die Attraktivität Bayerns als führender Innovationsstandort für Biotechnologie in Europa.

Auch die Beschäftigung entwickelte sich positiv. Die Zahl der Mitarbeitenden im Biopharma-Sektor stieg um 3,5 % auf rund 59.000 Beschäftigte. Insbesondere größere Biotech-Unternehmen bauten ihre Teams weiter aus.

Rekordfinanzierungen von über 930 Millionen Euro

Bayerische Biotech-Unternehmen konnten 2025 mehr als 930 Millionen Euro an Finanzierungsmitteln einwerben. Damit wurde der bereits hohe Wert des Vorjahres nochmals übertroffen ? entgegen dem Bundestrend mit rückläufigen Finanzierungen. Seit 2023 hat sich das Finanzierungsvolumen nahezu verdoppelt.

Die größte Finanzierungsrunde des Jahres schloss Biotech-Champion Tubulis mit einer Serie-C-Finanzierung über 344 Millionen Euro ab. Im April 2026 wurde das Münchner Unternehmen vom US-Pharmakonzern Gilead für bis zu fünf Milliarden US-Dollar übernommen ? ein eindrucksvoller Beleg für die internationale Wettbewerbsfähigkeit bayerischer Biotechnologie.

Weitere bedeutende Finanzierungen erzielten unter anderem ITM mit einer Fremdfinanzierung über bis zu 231 Millionen Euro, Nuclidium mit einer Serie-B-Runde über 84 Millionen Euro, Formycon mit einer überzeichneten Unternehmensanleihe über 70 Millionen Euro, Immunic mit einer Kapitalaufnahme von 57 Millionen Euro sowie AMSilk mit insgesamt 52 Millionen Euro.

Im Frühphasenbereich wurden fünf Seed-Finanzierungen mit einem Gesamtvolumen von über 21 Millionen Euro bekannt gegeben. Gleichzeitig zeigt die vergleichsweise geringe Zahl größerer Series-A-Runden, dass die Finanzierung von Wachstumsunternehmen weiterhin eine Herausforderung bleibt.

Klinische Pipeline bleibt stark

Die Entwicklungs-Pipeline der bayerischen Biotech-Unternehmen zeigt sich robust. Insgesamt befinden sich 72 Projekte in der klinischen Entwicklung. Besonders positiv entwickelte sich die Zahl der Phase-II-Projekte, während die Zahl der Phase-I-Projekte ebenfalls zunahm. Demgegenüber ging die Zahl der Projekte in Phase III deutlich zurück, was auch darauf zurückzuführen ist, dass mehrere Programme mit unbekanntem Status geführt werden.

Onkologie bleibt weiterhin die wichtigste Indikation, gleichzeitig gewinnt der Bereich Infektionskrankheiten an Bedeutung. Ein besonderer Erfolg gelang Bavarian Nordic mit der FDA-Zulassung und europäischen Marktzulassung seines Chikungunya-Impfstoffs.

?Die Zahlen belegen eindrucksvoll die Widerstandsfähigkeit und Innovationskraft des bayerischen Biotech-Ökosystems. Besonders erfreulich ist die hohe Zahl an Neugründungen und die kontinuierliche Entwicklung klinischer Projekte. Bayern bietet exzellente Voraussetzungen, um wissenschaftliche Spitzenleistungen in erfolgreiche Unternehmen und neue Therapien zu übersetzen?, sagt Prof. Ralf Huss, Geschäftsführer von BioM.

Investitionen in Milliardenhöhe stärken den Standort Bayern

Die positive Entwicklung des Standorts wird zudem durch umfangreiche Investitionen in Forschung und Infrastruktur gestützt. Roche investiert in Penzberg mehr als 640 Millionen Euro in den Ausbau seiner Diagnostik- und Sequenzierungskapazitäten und schafft damit rund 200 neue Arbeitsplätze. Gleichzeitig stärkt der neue Fraunhofer-Standort für Translationale Medizin und Pharmakologie in Penzberg mit knapp 90 Millionen Euro Fördermitteln die Forschung zu Infektionskrankheiten und Immunologie.

Weitere Impulse setzen das Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung in Würzburg mit seinem Richtfest für einen neuen Forschungsbau, der mit rund 60 Millionen Euro vom Freistaat Bayern und der EU gefördert wird.

Die erste Bauphase des neuen Biowissenschaftscampus der Max-Planck-Gesellschaft in Martinsried wurde mit einem Budget von 361 Millionen Euro bewilligt, was das langfristige Engagement für den Ausbau von Forschungskapazitäten auf Weltklasseniveau unterstreicht. Der Freistaat stellt bis zu 500 Millionen Euro für das Gesamtprojekt bereit.

Branche blickt optimistisch in die Zukunft

In einer Umfrage befragte BioM die Unternehmen des Bayerischen Biotech-Clusters zu deren aktueller Geschäftslage und wie sie die Zukunft ihres Unternehmens einschätzten. Trotz anhaltender wirtschaftlicher und geopolitischer Herausforderungen bleibt die Stimmung in der Branche positiv. 63 Prozent der befragten Unternehmen bewerten ihre aktuelle Geschäftslage als gut oder sehr gut. 82 Prozent erwarten in den kommenden drei bis fünf Jahren eine weitere Verbesserung ihrer Geschäftsentwicklung.

Positiver Ausblick für Bayerns Biotech-Ökosystem

Der deutliche Anstieg bei den Neugründungen, die hohe Finanzierungskraft des Sektors sowie die kontinuierlichen Investitionen in Forschung und Infrastruktur sprechen für eine weiterhin positive Entwicklung des Standorts.

Zugleich wird die Stärkung der Frühphasen- und Serie-A-Finanzierung entscheidend sein, um aus den zahlreichen Neugründungen die nächsten erfolgreichen Wachstumsunternehmen hervorzubringen. Zusätzliche Impulse könnten künftig vom geplanten europäischen Biotech Act ausgehen, der die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Biotechnologie stärken soll.

Erfolgsstorys - Interviews ? Firmenverzeichnis

Der bayerische Biotech Jahresreport beleuchtet neben Zahlen und Fakten in Interviews den Blickwinkel verschiedener Player auf die Branche, zeigt Erfolgsgeschichten von Start-ups, Aktivitäten von BioM sowie weiteren Clustern und berichtet über die bayerischen Biotechnologie-Standorte. Wie gewohnt wird der Report ergänzt durch das aktuelle und stetig wachsende Firmenverzeichnis mit Profilen und Kontaktdaten.

Den Jahresreport ?Biotech in Bavaria 2025/26 ? Where champions grow? finden Sie als ePaper oder als pdf zum Download. Eine Print-Version ist über BioM erhältlich.

Über den Report Biotech in Bavaria

BioM erstellt als Netzwerkorganisation der Biotechnologiebranche in München und Bayern jährlich den Report ?Biotech in Bavaria? zur Entwicklung der bayerischen Biotechnologie und Pharma-Branche im Auftrag des Bayerischen Wirtschaftsministeriums. Dieser erfasst aktuelle Branchenkennzahlen, Trends und ausgewählte Beispiele für die Innovationskraft aus Wissenschaft und Unternehmertum in Bayern.

Über "BioM Biotech Cluster Development GmbH":
Seit über 25 Jahren ist BioM im Auftrag des Bayerischen Wirtschaftsministeriums die Netzwerkorganisation für die Biotechnologiebranche in München und Bayern.

BioM unterstützt die bayerische Biotechnologie- und Pharmabranche mit einem umfangreichen Netzwerk bei der Anbahnung neuer Geschäftskontakte. Das Clustermanagement bietet Interessenten aus dem In- und Ausland einen zentralen Zugang und ein breites Spektrum an Informationen über die Branche.

Speziell für angehende Unternehmensgründer bietet BioM umfassende Beratung und spezielle Coaching-, Trainings- und Mentoring-Programme. Darüber bietet BioM mit seinem Inkubator MAxL (Munich Accelerator Life Sciences & Medicine) optimale Rahmenbedingungen für Pre-Seed-Projekte und Early-Stage-Start-ups aus dem Biotech- und Healthtech-Bereich. BioM koordiniert zudem seit 2011 den Pre-Seed-Wettbewerb m4 Award im Bereich Biomedizin, der vom Bayerischen Wirtschaftsministerium alle zwei Jahre mit 2,5 Millionen Euro gefördert wird. Insgesamt hat BioM über 250 Start-ups unterstützt.

Darüber hinaus organisiert BioM ein breites Spektrum an Schulungen, Veranstaltungen und Netzwerktreffen.

Mehr Informationen unter: www.bio-m.org

Partnerportale:   seminarSPIEGEL | Initiative Mittelstand | PresseBox | aktiv-verzeichnis.de