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Fast sieben von zehn europäischen Energiemanagern sehen autonome Betriebsführung als essenziell für Net Zero, der höchste Wert weltweit.

Europa am Net-Zero-Scheideweg: autonome Betriebsführung gilt als entscheidend, doch die Einführung verläuft zu langsam

Düsseldorf, 24.06.2026 (PresseBox) - Schneider Electric, ein global führendes Unternehmen im Bereich Energietechnologie, veröffentlicht die europäischen Ergebnisse seines ?Global Autonomous Maturity Report?, der auf der Befragung von 400 Führungskräften aus der Energie- und Chemieindustrie in 12 Ländern und vier Regionen basiert. Die Ergebnisse zeigen einen entscheidenden Wendepunkt in der Kernfrage der europäischen Klimastrategie auf: Die Region, die am stärksten davon überzeugt ist, dass autonome Betriebsabläufe für die Netto-Null-Bilanz unverzichtbar sind, ist gleichzeitig am weitesten davon entfernt, diese in großem Maßstab einzuführen.

Für schwer zu dekarbonisierende Industrien, die rund 40 % der weltweiten Emissionen verursachen, ist diese Lücke in wettbewerbsrelevanten Megatonnen messbar. Während das globale Rennen zur Dekarbonisierung der Industrie an Fahrt aufnimmt, wächst für Europa das Risiko, durch die zögerliche Einführung KI-gestützter autonomer Betriebsführung an industrieller Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren; genau in einer Phase, in der nachhaltige und wettbewerbsfähige Industrie zunehmend untrennbar miteinander verbunden sind.

KI-gestützte Autonomie beschleunigt die Dekarbonisierung auf eine Weise, die mit klassischen Investitionszyklen für Hardware nicht erreichbar ist: Sie reduziert ungeplante Stillstände, steigert die Energieeffizienz über gesamte Anlagen hinweg und verkürzt den Weg von der Zielsetzung zur Umsetzung. Jedes Jahr, in dem die Einführung verzögert wird, führt zu zusätzlichen Emissionen, die sich nicht mehr ausgleichen lassen.

?Europas Führungsrolle beim Klimaschutz ist unbestritten, doch Ambitionen allein führen nicht zu Ergebnissen?, sagt Devan Pillay, President, Heavy Industries Segment bei Schneider Electric. ?Autonome Betriebsführung ist einer der wirksamsten Hebel, um die Industrie schnell und im großen Maßstab zu dekarbonisieren. Das Risiko besteht nicht darin, stillzustehen, sondern darin, zu langsam voranzukommen, während andere an Fahrt gewinnen. Die Chance für die Industrie besteht darin, jetzt zu handeln und diesen Moment in einen Wettbewerbsvorteil zu verwandeln.?

KI und Klima: Von Ambitionen zur Verantwortung

Der Bericht zeigt einen klaren Zusammenhang zwischen dem Reifegrad der Automatisierung und der Emissionsbilanz. Anlagen mit höherem Automatisierungsgrad erzielen nachweislich bessere Ergebnisse bei Energieintensität, Prozesseffizienz und Scope-1-Emissionen. Für Europas Energie- und Chemiesektor, die unter hohem regulatorischem Druck stehen und verbindliche Ziele für 2030 und 2050 erfüllen müssen, entwickelt sich autonome Betriebsführung zunehmend zu einem strategischen Hebel für den Klimaschutz.

Die Studie verdeutlicht zudem unterschiedliche Beweggründe innerhalb Europas: Während Führungskräfte in weiten Teilen Europas vor allem Produktivitätssteigerungen (30 %) und Wettbewerbsvorteile (30 %) als zentrale Treiber nennen, stehen etwa im Vereinigten Königreich Kostenreduktion und Profitabilität (48 %) stärker im Fokus.

In Deutschland liegen die Vorteile autonomer Technologien in den von Entscheidern vorangetriebenen Leistungssteigerungen begründet. Der wichtigste Faktor ist die Priorisierung durch die Unternehmensführung (40 %), was darauf hindeutet, dass Autonomie von der obersten Führungsebene aktiv als strategische Notwendigkeit gefördert wird. Dicht dahinter folgt die Verbesserung der Arbeitssicherheit (36 %), was einen starken Fokus auf Risikominderung bei gleichzeitiger Modernisierung der Betriebsabläufe unterstreicht. Die Steigerung der Produktivität (32 %) vervollständigt die Top 3 und unterstreicht, dass deutsche Unternehmen Autonomie als Mittel betrachten, um neben sichereren Arbeitsumgebungen auch greifbare Effizienzsteigerungen zu erzielen.

Deutsche Entscheidungsträger wissen genau, was nötig ist, um Autonomie zu erschließen; und dies wird zunehmend durch Technologie vorangetrieben. Über die Hälfte (52 %) nennt KI und maschinelles Lernen als wichtigsten Wegbereiter, dicht gefolgt von offener, softwaredefinierter Automatisierung (48 %). Gleichzeitig heben mehr als ein Drittel (36 %) die entscheidende Bedeutung von fortschrittlicher Prozesssteuerung und -optimierung hervor, um Teams das Selbstvertrauen und die Fähigkeit zu geben, unabhängiger zu arbeiten.

Jessica Bethune, Vice President Industrial & Process Automation DACH bei Schneider Electric, sagt dazu: ?Deutschland zeigt exemplarisch, worauf es in Europa jetzt ankommt: Autonome Technologien müssen von der strategischen Priorität zur industriellen Praxis werden. Führung, Sicherheit und Produktivität sind dabei die entscheidenden Hebel, denn hier entsteht der konkrete Mehrwert. Mit KI, Machine Learning und offener, softwaredefinierter Automatisierung kann Deutschland eine zentrale Rolle dabei spielen, Europas Net-Zero-Ziele schneller und wirtschaftlich tragfähig Realität werden zu lassen.?

Von der Forschung in die Praxis

Die Dynamik nimmt zu: Sechs von zehn europäischen Führungskräften beschreiben den Fortschritt  bei der Einführung autonomer Systeme in ihrem Unternehmen als rasant und mit weiter zunehmender Geschwindigkeit. Doch da Europa beim autonomen Reifegrad hinter allen anderen großen Regionen zurückliegt, ist eine schnellere und breitere Umsetzung keine Option, sondern Voraussetzung, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Das bedeutet, dass Unternehmen, die autonome Betriebsführung frühzeitig einführen, die Chance haben, wettbewerbsfähiger zu werden. Ein richtungsweisendes Projekt wurde diese Woche im Rahmen der London Climate Action Week angekündigt und zeigt, welchen Nutzen KI-gestützte Autonomie in der Praxis liefert: Im Vereinigten Königreich wurde eine weltweit erste unbemannte Offshore-Anlage realisiert: In Zusammenarbeit mit Bilfinger wurde Schneider Electrics EcoStruxure Automation Expert (EAE) in das Steuerungssystem einer neuartigen unbemannten schwimmenden Anlage, einer Offshore-Anlage für Öl und Gas, integriert, wodurch die permanente Anwesenheit von Menschen in einem der gefährlichsten Betriebsumfelder der Branche überflüssig wird.

Regionaler Überblick: Europa im Vergleich zur Welt

Autonomer Reifegrad: Europas Anteil von 25 % vollständig autonomer Anlagen liegt unter dem globalen Durchschnitt von 31 %.

Einführungstempo: Sechs von zehn europäischen Befragten beschreiben ihre Einführung als ?schnell und sich beschleunigend? und liegen damit über dem globalen Durchschnitt

Klimadringlichkeit als Treiber: Europa nimmt eine einzigartige Vorreiterrolle ein, indem es Umweltaspekte, und nicht nur wirtschaftliche Aspekte, als Hauptgrund für die Weiterentwicklung autonomer Betriebsführung genannt wird.

Methodik

Der Global Autonomous Maturity Report wurde von Schneider Electric in Zusammenarbeit mit Censuswide und Development Economics erstellt und durch Einschätzungen des unabhängigen Energiemarktanalysten Gaurav Sharma ergänzt. Die Studie basiert auf einer Befragung von 400 leitenden Führungskräften aus der Energie- und Industriebranche in 12 Ländern in Nordamerika, Europa, Asien und den Golfstaaten. Zusätzlich wurden Desk Research sowie Stakeholder-Interviews im globalen Energie- und Chemiesektor durchgeführt.

Hinweise für Redaktionen

Das im Bericht verwendete Rahmenwerk ist das Autonomous Operations Maturity Model (AOMM) der ARC Advisory Group, das ein fünfstufiges Modell zur Einführung autonomer Technologien beschreibt, wobei Stufe 5 vollständige Autonomie darstellt. Die Berichtsdaten zeigen:

Der weltweite Durchschnitt des aktuellen Reifegrads liegt bei 3,52 von 5 ? zwischen ?Advanced Regulatory? (bei dem Technologie spezifische Szenarien steuert und Menschen bei unerwarteten Ereignissen informiert werden) und ?Select Autonomy? (bei dem Systeme in bestimmten Szenarien autonom arbeiten, z. B. Probleme erkennen und beheben können, jedoch weiterhin menschliche Eingriffe für Reparaturen und Neustarts erforderlich sind).

Zur besseren Verständlichkeit dieser Stufen wurden im Global Autonomous Maturity Report von Schneider Electric ?Advanced Regulatory? als ?Advancing Maturity? und ?Select Autonomy? als ?High Maturity? bezeichnet. Der prozentuale Gegenwert von 3,52 wurde mit etwa 70 % Autonomie berechnet.

Die globale Zielsetzung für 2030 liegt bei einem Reifegrad von 4,02 (?High Maturity?, etwa 80 % Autonomie), bei dem Systeme in definierten Szenarien autonom arbeiten können, während Menschen bei Bedarf überwachen, korrigieren und optimieren.

Über "Schneider Electric GmbH":
Schneider Electric ist ein global führendes Unternehmen im Bereich Energietechnologie. Durch die Verbindung von Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung treibt das Unternehmen Effizienz und Nachhaltigkeit in Industrie, Unternehmen und Gebäuden voran. Die Technologien ermöglichen es, Rechenzentren, Fabriken und Infrastrukturen als offene, vernetzte Ökosysteme zu betreiben. Dadurch verbessern sich Leistungsfähigkeit, Ausfallsicherheit und Nachhaltigkeit. Das Portfolio umfasst intelligente Produkte, softwaredefinierte Architekturen, KI-gestützte Systeme, digitale Services sowie umfassende Beratungsleistungen. Mit weltweit über 160.000 Menschen im Team und rund einer Million Partnern in mehr als 100 Ländern wurde Schneider Electric mehrfach als nachhaltigstes Unternehmen der Welt ausgezeichnet.

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