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Der Gesundheitsreport der Deutschen Krankenversicherung zusammen mit zwei Hochschulen misst einen neuen Höchstwert. Bei den 18- bis 29-Jährigen sind es sogar bis zu elf Stunden am Tag ? mehr als in jeder anderen Altersgruppe

Sitzzeit in Deutschland erreicht 613 Minuten am Tag ? mehr als zehn Stunden, und nur knapp ein Drittel gleicht das durch Bewegung aus

Bietigheim-Bissingen, 16.08.2026 (PresseBox) - Deutschland sitzt so viel wie noch nie. Laut dem Gesundheitsreport, den die Deutsche Krankenversicherung gemeinsam mit der Deutschen Sporthochschule Köln und der Universität Würzburg erstellt, liegt die durchschnittliche tägliche Sitzdauer bei 613 Minuten. Im Jahr 2023 waren es 598 Minuten ? der Wert steigt seit rund einem Jahrzehnt kontinuierlich.

Wer den Großteil dieser Zeit am Schreibtisch verbringt, hat wenige Stellschrauben. Eine davon ist, Gehen und Arbeiten zusammenzulegen: Ein klappbares Laufband für den Schreibtisch ersetzt kein Training, verschiebt aber die Sitzzeit selbst.

Der Effekt hängt nicht am Tempo. Entscheidend ist die Zahl der Stunden, die nicht im Sitzen verbracht werden ? ein langsamer Gang über den Vormittag verschiebt mehr als eine kurze schnelle Einheit.

Wo mehr Belastbarkeit gefragt ist, unterscheiden sich die Geräte deutlich ? bei Tragfähigkeit, Laufflächenlänge und Dauerbetrieb.

Die jüngste Gruppe sitzt am längsten

Dass ausgerechnet die 18- bis 29-Jährigen mit bis zu elf Stunden an der Spitze liegen, widerspricht der Erwartung. Erklärbar wird es durch die Verteilung von Ausbildung, Bildschirmarbeit und Freizeitverhalten, die sich in dieser Altersgruppe überlagern.

Der Wert ist deshalb bemerkenswert, weil Sitzzeit kumulativ wirkt. Wer mit elf Stunden beginnt, hat über Jahrzehnte eine andere Ausgangslage als jemand, bei dem sich die Dauer erst im Berufsleben aufbaut.

?Zehn Stunden sitzen und danach eine Stunde Sport ist eine Rechnung, die nicht aufgeht. Was wirkt, sind die Unterbrechungen dazwischen?, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.

30 Prozent Ausgleich heißt: 70 Prozent gleichen nicht aus

Der wichtigste Wert des Berichts ist nicht die Sitzdauer, sondern die Ausgleichsquote. Wenn nur rund 30 Prozent der Vielsitzer genug Bewegung erreichen, bleibt bei der Mehrheit ein Defizit bestehen, das sich nicht von selbst schließt.

Dazu passt der Anteil von 32 Prozent, die die Empfehlung aus Ausdauer und Kraft erfüllen. Beide Werte liegen dicht beieinander und beschreiben dieselbe Größenordnung: etwa ein Drittel der Bevölkerung bewegt sich ausreichend, zwei Drittel nicht.

Was der Gesundheitsreport ausweist

Nach Angaben der beteiligten Einrichtungen ergibt sich folgendes Bild:

Die durchschnittliche tägliche Sitzdauer liegt bei 613 Minuten, nach 598 Minuten im Jahr 2023.

Das entspricht mehr als zehn Stunden und rund zwei Stunden mehr als vor einem Jahrzehnt.

Bei den 18- bis 29-Jährigen erreicht der Wert bis zu elf Stunden täglich.

Nur etwa 30 Prozent derjenigen mit hoher Sitzdauer gleichen dies durch ausreichende Bewegung aus.

Die von der Weltgesundheitsorganisation empfohlene Kombination aus Ausdauer und Kraft erreichen 32 Prozent.

Zwei Prozent der Bevölkerung erfüllen alle Kriterien einer gesunden Lebensweise.

Was sich im Alltag ändern lässt

Der Bericht erscheint in mehrjährigem Abstand; die nächste Ausgabe wird zeigen, ob die Kurve weiter steigt.

Für den Arbeitsalltag ist die praktikable Konsequenz nicht mehr Sport, sondern weniger Sitzen am Stück. Aufstehen im Stundentakt, Telefonate im Gehen, kurze Wege bewusst nicht abkürzen ? und wo der Schreibtisch die meisten Stunden bindet, verschiebt ein Gerät unter dem Tisch genau die Zeit, die sonst gar nicht erreichbar wäre. Für längere Einheiten ist dabei ein Modell mit höherer Tragfähigkeit ausgelegt.

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