Warum digitale Präsenz erst durch Orientierung, Dialog und Konsistenz zu echter Qualität wird
Eine App macht noch keine NextGen Bank
Herrsching, 12.10.2026 (PresseBox) - Banken haben in den vergangenen Jahren erheblich in ihre digitalen Angebote investiert. Mobile-Banking-Apps wurden weiterentwickelt, Kontoeröffnungen digitalisiert, Videoberatungen eingeführt und Social-Media-Profile aufgebaut. Vieles, was früher ausschließlich in der Filiale möglich war, lässt sich heute innerhalb weniger Minuten über das Smartphone erledigen. Doch die Erwartungen junger Kundinnen und Kunden entwickeln sich schneller als die Zahl der verfügbaren Funktionen. Für sie ist eine leistungsfähige App längst kein überraschendes Zusatzangebot mehr, sondern eine Selbstverständlichkeit. Auch ein moderner Internetauftritt oder ein regelmäßig aktualisierter Instagram-Kanal reichen allein nicht aus, um als besonders zukunftsorientierte Bank wahrgenommen zu werden. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht mehr, ob eine Bank digital präsent ist. Entscheidend ist, ob aus ihren digitalen Angeboten ein nachvollziehbares, glaubwürdiges und für junge Menschen relevantes Gesamterlebnis entsteht. Genau darin liegt der Unterschied zwischen einer Bank, die digitale Instrumente anbietet, und einer echten NextGen Bank.
Digitale Funktionen werden zum Hygienefaktor
Eine Banking-App erfüllt zunächst einen funktionalen Zweck. Sie ermöglicht Überweisungen, zeigt Kontostände an, verwaltet Karten und bietet möglicherweise zusätzliche Funktionen für Sparen, Wertpapiere oder persönliche Finanzübersichten. Diese Möglichkeiten sind wichtig, werden von jungen Kunden inzwischen aber weitgehend vorausgesetzt. Die NextGen Studie 2026 der Gesellschaft für Qualitätsprüfung verdeutlicht, wie selbstverständlich junge Erwachsene digitale Finanzangebote nutzen. Rund zwei Drittel verwenden die App ihrer Hauptbank. Etwa ein Drittel nutzt bereits ETF-Sparpläne. Gleichzeitig kommen bei vielen jungen Menschen weitere Finanz-Apps, Vergleichsmöglichkeiten oder digitale Angebote hinzu. Nur sieben Prozent der Befragten verwenden neben ihrer Bank keine weiteren Finanzanwendungen. Damit steht die einzelne Regionalbank nicht nur im Wettbewerb mit den anderen Instituten vor Ort. Sie konkurriert auch mit Direktbanken, Neobanken, Brokern, Fintechs und spezialisierten Apps, die einzelne Funktionen besonders einfach, günstig oder attraktiv anbieten.
Wer sich in diesem Umfeld allein über eine App oder digitale Abschlussmöglichkeiten positionieren möchte, wird sich immer schwerer differenzieren können. Technische Funktionen lassen sich weiterentwickeln und von Wettbewerbern übernehmen. Ein konsequentes Verständnis für die Lebenswirklichkeit junger Menschen und eine darauf abgestimmte Informations-, Kommunikations- und Beratungsstrategie lassen sich dagegen nicht kurzfristig kopieren.
Digitale Präsenz ist noch keine digitale Orientierung
Eine Bank kann technisch hervorragend aufgestellt sein und jungen Interessenten dennoch zu wenig Orientierung bieten. Besonders sichtbar wird dieser Unterschied auf der Website. Ein modernes Design, kurze Ladezeiten und eine gute mobile Darstellung sind wichtige Voraussetzungen. Sie beantworten jedoch noch nicht die Frage, ob junge Menschen dort tatsächlich die Informationen finden, die sie benötigen. Wer sich erstmals mit Vermögensaufbau, Absicherung oder Altersvorsorge beschäftigt, sucht nicht zwingend nach einem bestimmten Produkt. Häufig beginnt die Informationsreise mit einer viel grundlegenderen Frage.
Wie viel Geld sollte als Reserve verfügbar sein? Wann ist der richtige Zeitpunkt für einen ETF-Sparplan? Welche Risiken müssen abgesichert werden? Wie groß könnte die eigene Rentenlücke sein? Wie hängen Sparen, Geldanlage und Altersvorsorge zusammen? Und wann ist persönliche Beratung sinnvoll? Eine NextGen Bank beschränkt sich nicht darauf, bestehende Produkte digital zugänglich zu machen. Sie übersetzt finanzielle Fragestellungen in verständliche Entscheidungswege. Sie hilft jungen Menschen dabei, ihre Ausgangssituation einzuordnen, Prioritäten zu erkennen und aus einer Vielzahl von Möglichkeiten die nächsten sinnvollen Schritte abzuleiten. Digitale Qualität zeigt sich deshalb nicht allein in Funktionen. Sie zeigt sich vor allem darin, ob ein Institut aus Informationen echte Orientierung entstehen lässt.
Social Media: Sichtbarkeit allein schafft noch keine Relevanz
Ähnliches gilt für soziale Netzwerke. Viele Banken sind mittlerweile auf LinkedIn und Instagram vertreten. Teilweise kommen TikTok, YouTube oder weitere Plattformen hinzu. Doch allein die Existenz eines Profils sagt wenig darüber aus, ob eine Bank die junge Zielgruppe tatsächlich erreicht. Social Media wird dann relevant, wenn Inhalte an den Fragen und Interessen der Nutzer anknüpfen. Junge Menschen benötigen keine weitere digitale Werbefläche, auf der lediglich Produkte, Veranstaltungen oder allgemeine Imagebotschaften präsentiert werden. Sie erwarten verständliche Informationen, konkrete Hilfestellungen und glaubwürdige Einblicke. Eine erkennbare NextGen-Strategie könnte beispielsweise erklären, wie der Einstieg in den Vermögensaufbau gelingt, warum eine frühzeitige Altersvorsorge sinnvoll ist, welche Absicherungen in verschiedenen Lebensphasen wichtig werden oder worauf bei der Finanzierung der ersten Immobilie zu achten ist. Sie kann Mitarbeiter und Ansprechpartner sichtbar machen, häufige Kundenfragen aufgreifen und den Übergang von einem kurzen Social-Media-Impuls zu einer vertiefenden Information oder einem persönlichen Gespräch herstellen.
Entscheidend ist dabei nicht, jedem kurzfristigen Trend zu folgen. Authentizität entsteht nicht dadurch, dass eine Bank möglichst jugendlich wirkt oder die Sprache sozialer Netzwerke künstlich nachahmt. Glaubwürdig wird sie vielmehr dann, wenn sie relevante Inhalte in einer verständlichen Form vermittelt und dabei ihrer eigenen Identität treu bleibt. Eine Bank muss auf TikTok keine Tänze aufführen, um junge Menschen zu erreichen. Sie muss aber verstehen, welche Formate, Themen und Kommunikationsweisen auf den jeweils genutzten Plattformen funktionieren.
Finanzbildung darf nicht an der Produktgrenze enden
Finanzielle Bildung ist zu einem zentralen Wettbewerbsfeld geworden. Junge Erwachsene informieren sich heute über eine Vielzahl unterschiedlicher Quellen. Neben klassischen Suchmaschinen und Medien spielen soziale Netzwerke, Videoformate, Finanz-Influencer und KI-Systeme eine wachsende Rolle. Die NextGen Studie 2026 zeigt, dass ChatGPT bei konkreten Finanzfragen für junge Menschen bereits eine größere Bedeutung besitzt als Google. Für Banken ist dies ein wichtiger Hinweis: Informationen müssen nicht nur vorhanden sein, sondern konkrete Fragen präzise und verständlich beantworten.
Damit verändert sich auch der Anspruch an Finanzbildungsangebote. Eine allgemeine Beschreibung von Girokonto, Tagesgeld oder Depot reicht nicht aus. Gute Finanzbildung stellt Zusammenhänge her. Sie erklärt nicht nur, was ein ETF ist, sondern ordnet ein, für welche Ziele und Zeiträume ein langfristiger Wertpapier-Sparplan geeignet sein kann. Sie beschreibt nicht nur einzelne Versicherungsprodukte, sondern hilft jungen Menschen dabei, existenzielle Risiken von weniger dringlichen Absicherungen zu unterscheiden. Besondere Bedeutung erhält diese Einordnung bei der Altersvorsorge. Junge Erwachsene treffen heute auf eine kaum überschaubare Menge an Informationen und politischen Diskussionen. Gleichzeitig müssen sie Entscheidungen treffen, deren Auswirkungen häufig erst Jahrzehnte später sichtbar werden. Banken können hier eine wichtige Rolle übernehmen; vorausgesetzt, sie beginnen nicht beim Produktabschluss, sondern bei der persönlichen Ausgangssituation. Finanzbildung wird damit zur Brücke zwischen digitaler Information und qualifizierter persönlicher Finanzplanung.
Ein digitaler Kontakt ist noch kein echter Dialog
Auch digitale Erreichbarkeit muss genauer betrachtet werden. Ein Kontaktformular, ein Chatfenster oder ein Rückrufbutton zeigen zunächst nur, dass ein technischer Kontaktweg vorhanden ist. Entscheidend ist, was anschließend geschieht. Erhält der Interessent eine konkrete Antwort auf seine Frage? Wird sein Anliegen verstanden? Werden unterschiedliche Themen sinnvoll miteinander verbunden? Erkennt die Bank, wann eine allgemeine Information ausreicht und wann ein persönliches Gespräch erforderlich wird? Gerade junge Kunden erwarten einfache und schnelle Kontaktmöglichkeiten. Gleichzeitig möchten sie bei wichtigen Finanzentscheidungen nicht mit standardisierten Textbausteinen oder automatischen Verweisen allein gelassen werden. Eine NextGen Bank verbindet deshalb digitale Dialogmöglichkeiten mit fachlicher Kompetenz. Ein Chat kann eine erste Frage aufnehmen, Informationen bereitstellen oder einen Gesprächstermin vorbereiten. Eine digitale Finanzanalyse kann erste Versorgungslücken sichtbar machen. Ein persönlicher Berater kann die Ergebnisse anschließend einordnen und gemeinsam mit dem Kunden konkrete Prioritäten entwickeln. Der digitale Kontakt ist in diesem Verständnis nicht das Ende der Customer Journey. Er ist häufig der Beginn einer langfristigen Kundenbeziehung.
Einzelne Leuchttürme ergeben noch kein digitales Ökosystem
Viele Banken verfügen bereits über einzelne überzeugende Angebote. Eine hochwertige App, eine informative Website, ein erfolgreicher Instagram-Kanal oder eine umfangreiche Mediathek können jeweils positive Akzente setzen. Problematisch wird es jedoch, wenn diese Angebote unverbunden nebeneinanderstehen. Ein junger Interessent könnte beispielsweise über einen Social-Media-Beitrag auf das Thema Altersvorsorge aufmerksam werden. Auf der Website findet er anschließend nur allgemeine Produktinformationen. Der digitale Chat verweist auf eine Hotline, während die Terminvereinbarung mehrere weitere Schritte erfordert. Jeder einzelne Kontaktpunkt ist vorhanden, doch aus Kundensicht entsteht kein durchgängiger Weg.
Eine überzeugende digitale Customer Journey verbindet diese Elemente. Inhalte in sozialen Netzwerken führen zu vertiefenden Informationen. Die Website beantwortet konkrete Fragen und zeigt passende nächste Schritte auf. Digitale Kontaktmöglichkeiten ermöglichen einen unkomplizierten Dialog. Bei komplexeren Entscheidungen steht eine kompetente persönliche Beratung zur Verfügung. Die Qualität eines digitalen Ökosystems zeigt sich deshalb nicht an seinem auffälligsten Bestandteil. Sie zeigt sich an den Übergängen zwischen den einzelnen Kontaktpunkten.
Konsistenz wird zu einem unterschätzten Qualitätsmerkmal
Junge Kunden begegnen einer Bank heute in sehr unterschiedlichen Situationen. Sie sehen möglicherweise einen Beitrag auf Instagram, recherchieren anschließend über eine Suchmaschine, besuchen die Website, lesen Bewertungen, stellen einer KI eine konkrete Frage und nehmen schließlich Kontakt mit einem Mitarbeiter auf. Dabei entsteht der Gesamteindruck aus vielen einzelnen Erfahrungen. Verspricht eine Bank auf Social Media Nähe, ist aber nur schwer erreichbar, entsteht ein Widerspruch. Betont sie ihre Finanzbildungsangebote, beantwortet konkrete Fragen aber lediglich mit Produktinformationen, verliert die Botschaft an Glaubwürdigkeit. Wirbt sie mit persönlicher Beratung, bietet jedoch keinen unkomplizierten Weg zu einem Ansprechpartner, bleibt das Versprechen abstrakt. Konsistenz bedeutet, dass Kommunikation, digitale Angebote und tatsächliche Kontaktmöglichkeiten zusammenpassen. Eine Bank sollte über unterschiedliche Kanäle hinweg dieselbe Haltung erkennen lassen: verständlich, erreichbar, relevant und glaubwürdig. Für Regionalbanken liegt darin eine große Chance. Sie können digitale Sichtbarkeit mit realer persönlicher Nähe verbinden. Damit besitzen sie grundsätzlich etwas, das rein digitale Anbieter nur schwer abbilden können. Dieser Vorteil wird jedoch erst sichtbar, wenn die regionale Kompetenz auch in der digitalen Customer Journey erkennbar wird.
Eine NextGen Bank denkt nicht in Kanälen, sondern in Kundenfragen
Traditionell werden Website, App, Social Media, Marketing und Beratung häufig in getrennten Verantwortungsbereichen entwickelt. Aus Sicht des Kunden existieren diese organisatorischen Grenzen nicht. Er erwartet eine zusammenhängende Erfahrung. Eine NextGen-Strategie sollte deshalb nicht mit der Frage beginnen, welcher Kanal zusätzlich bespielt werden kann. Sie sollte bei den tatsächlichen Fragen junger Menschen ansetzen.
Welche finanziellen Entscheidungen beschäftigen sie in Ausbildung, Studium oder Berufseinstieg? Welche Informationen benötigen sie beim ersten regelmäßigen Einkommen? Wie verändern Partnerschaft, Familiengründung oder der Wunsch nach Wohneigentum ihre finanzielle Situation? Wie lassen sich Vermögensaufbau, Absicherung und Altersvorsorge miteinander verbinden? Erst aus diesen Fragen sollte abgeleitet werden, welche Inhalte, digitalen Funktionen, Dialogangebote und persönlichen Beratungsleistungen erforderlich sind. So entsteht aus einzelnen Maßnahmen eine erkennbare Strategie.
Der Young Finance Award betrachtet das Gesamtbild
Der Bankentest ?NextGen Bank 2027? der Gesellschaft für Qualitätsprüfung setzt genau an diesem Zusammenspiel an. Bewertet wird nicht allein, ob eine Bank über einzelne digitale Angebote verfügt. Im Mittelpunkt steht vielmehr die Frage, wie überzeugend das gesamte Informations- und Kommunikationsangebot aus Sicht junger Kundinnen und Kunden wirkt. Dafür werden fünf zentrale Bereiche untersucht: der Digital-Check, die persönliche Finanzplanung, die Auftritte auf LinkedIn und Instagram sowie die Authentizität im digitalen Ökosystem, in das auch Plattformen wie TikTok und YouTube einbezogen werden. Die Grundlage bildet unter anderem die NextGen Studie 2026 mit mehr als 1.000 befragten jungen Erwachsenen. Dadurch orientiert sich die Untersuchung nicht allein daran, was Banken selbst für zeitgemäß halten. Maßgeblich sind vielmehr die tatsächlichen Erwartungen, Gewohnheiten und Informationsbedürfnisse der Zielgruppe. Für das Testjahr 2027 werden die Ergebnisse für insgesamt mehr als 200 Städte aufbereitet. Die jeweils überzeugendste Bank erhält die Auszeichnung:
?NextGen Bank 2027 ? 1. Platz in [STADT]?
Damit entsteht ein regionaler Qualitätsatlas, der jungen Verbrauchern Orientierung bietet und Banken zugleich zeigt, wie sie im lokalen Wettbewerb aufgestellt sind.
Zukunftsfähigkeit entsteht durch das Zusammenspiel
Die digitale Entwicklung des Bankgeschäfts ist nicht abgeschlossen. Neue Technologien, KI-Systeme und Kommunikationsplattformen werden die Informationssuche und die Erwartungen junger Kunden weiter verändern. Einzelne technische Lösungen werden deshalb immer nur eine Momentaufnahme sein. Nachhaltige Zukunftsfähigkeit entsteht dort, wo eine Bank junge Menschen tatsächlich versteht. Sie zeigt sich in verständlichen Informationen, relevanter Finanzbildung, einfachen Kontaktwegen, glaubwürdiger Kommunikation und der Fähigkeit, digitale Angebote mit persönlicher Kompetenz zu verbinden. Eine App kann ein wichtiger Teil dieser Strategie sein. Sie kann Prozesse vereinfachen und den täglichen Umgang mit Finanzen erleichtern. Zu einer NextGen Bank wird ein Institut jedoch erst dann, wenn aus allen digitalen und persönlichen Kontaktpunkten ein überzeugendes Gesamtangebot entsteht. Denn junge Kunden gewinnt man zunehmend digital. Langfristig bindet man sie durch Orientierung, Kompetenz, Vertrauen und ausgezeichnete Beratung.
Die regionalen Ergebnisse des Bankentests ?NextGen Bank 2027? sind unter www.Young-Finance-Award.de abrufbar.
Digitale Funktionen werden zum Hygienefaktor
Eine Banking-App erfüllt zunächst einen funktionalen Zweck. Sie ermöglicht Überweisungen, zeigt Kontostände an, verwaltet Karten und bietet möglicherweise zusätzliche Funktionen für Sparen, Wertpapiere oder persönliche Finanzübersichten. Diese Möglichkeiten sind wichtig, werden von jungen Kunden inzwischen aber weitgehend vorausgesetzt. Die NextGen Studie 2026 der Gesellschaft für Qualitätsprüfung verdeutlicht, wie selbstverständlich junge Erwachsene digitale Finanzangebote nutzen. Rund zwei Drittel verwenden die App ihrer Hauptbank. Etwa ein Drittel nutzt bereits ETF-Sparpläne. Gleichzeitig kommen bei vielen jungen Menschen weitere Finanz-Apps, Vergleichsmöglichkeiten oder digitale Angebote hinzu. Nur sieben Prozent der Befragten verwenden neben ihrer Bank keine weiteren Finanzanwendungen. Damit steht die einzelne Regionalbank nicht nur im Wettbewerb mit den anderen Instituten vor Ort. Sie konkurriert auch mit Direktbanken, Neobanken, Brokern, Fintechs und spezialisierten Apps, die einzelne Funktionen besonders einfach, günstig oder attraktiv anbieten.
Wer sich in diesem Umfeld allein über eine App oder digitale Abschlussmöglichkeiten positionieren möchte, wird sich immer schwerer differenzieren können. Technische Funktionen lassen sich weiterentwickeln und von Wettbewerbern übernehmen. Ein konsequentes Verständnis für die Lebenswirklichkeit junger Menschen und eine darauf abgestimmte Informations-, Kommunikations- und Beratungsstrategie lassen sich dagegen nicht kurzfristig kopieren.
Digitale Präsenz ist noch keine digitale Orientierung
Eine Bank kann technisch hervorragend aufgestellt sein und jungen Interessenten dennoch zu wenig Orientierung bieten. Besonders sichtbar wird dieser Unterschied auf der Website. Ein modernes Design, kurze Ladezeiten und eine gute mobile Darstellung sind wichtige Voraussetzungen. Sie beantworten jedoch noch nicht die Frage, ob junge Menschen dort tatsächlich die Informationen finden, die sie benötigen. Wer sich erstmals mit Vermögensaufbau, Absicherung oder Altersvorsorge beschäftigt, sucht nicht zwingend nach einem bestimmten Produkt. Häufig beginnt die Informationsreise mit einer viel grundlegenderen Frage.
Wie viel Geld sollte als Reserve verfügbar sein? Wann ist der richtige Zeitpunkt für einen ETF-Sparplan? Welche Risiken müssen abgesichert werden? Wie groß könnte die eigene Rentenlücke sein? Wie hängen Sparen, Geldanlage und Altersvorsorge zusammen? Und wann ist persönliche Beratung sinnvoll? Eine NextGen Bank beschränkt sich nicht darauf, bestehende Produkte digital zugänglich zu machen. Sie übersetzt finanzielle Fragestellungen in verständliche Entscheidungswege. Sie hilft jungen Menschen dabei, ihre Ausgangssituation einzuordnen, Prioritäten zu erkennen und aus einer Vielzahl von Möglichkeiten die nächsten sinnvollen Schritte abzuleiten. Digitale Qualität zeigt sich deshalb nicht allein in Funktionen. Sie zeigt sich vor allem darin, ob ein Institut aus Informationen echte Orientierung entstehen lässt.
Social Media: Sichtbarkeit allein schafft noch keine Relevanz
Ähnliches gilt für soziale Netzwerke. Viele Banken sind mittlerweile auf LinkedIn und Instagram vertreten. Teilweise kommen TikTok, YouTube oder weitere Plattformen hinzu. Doch allein die Existenz eines Profils sagt wenig darüber aus, ob eine Bank die junge Zielgruppe tatsächlich erreicht. Social Media wird dann relevant, wenn Inhalte an den Fragen und Interessen der Nutzer anknüpfen. Junge Menschen benötigen keine weitere digitale Werbefläche, auf der lediglich Produkte, Veranstaltungen oder allgemeine Imagebotschaften präsentiert werden. Sie erwarten verständliche Informationen, konkrete Hilfestellungen und glaubwürdige Einblicke. Eine erkennbare NextGen-Strategie könnte beispielsweise erklären, wie der Einstieg in den Vermögensaufbau gelingt, warum eine frühzeitige Altersvorsorge sinnvoll ist, welche Absicherungen in verschiedenen Lebensphasen wichtig werden oder worauf bei der Finanzierung der ersten Immobilie zu achten ist. Sie kann Mitarbeiter und Ansprechpartner sichtbar machen, häufige Kundenfragen aufgreifen und den Übergang von einem kurzen Social-Media-Impuls zu einer vertiefenden Information oder einem persönlichen Gespräch herstellen.
Entscheidend ist dabei nicht, jedem kurzfristigen Trend zu folgen. Authentizität entsteht nicht dadurch, dass eine Bank möglichst jugendlich wirkt oder die Sprache sozialer Netzwerke künstlich nachahmt. Glaubwürdig wird sie vielmehr dann, wenn sie relevante Inhalte in einer verständlichen Form vermittelt und dabei ihrer eigenen Identität treu bleibt. Eine Bank muss auf TikTok keine Tänze aufführen, um junge Menschen zu erreichen. Sie muss aber verstehen, welche Formate, Themen und Kommunikationsweisen auf den jeweils genutzten Plattformen funktionieren.
Finanzbildung darf nicht an der Produktgrenze enden
Finanzielle Bildung ist zu einem zentralen Wettbewerbsfeld geworden. Junge Erwachsene informieren sich heute über eine Vielzahl unterschiedlicher Quellen. Neben klassischen Suchmaschinen und Medien spielen soziale Netzwerke, Videoformate, Finanz-Influencer und KI-Systeme eine wachsende Rolle. Die NextGen Studie 2026 zeigt, dass ChatGPT bei konkreten Finanzfragen für junge Menschen bereits eine größere Bedeutung besitzt als Google. Für Banken ist dies ein wichtiger Hinweis: Informationen müssen nicht nur vorhanden sein, sondern konkrete Fragen präzise und verständlich beantworten.
Damit verändert sich auch der Anspruch an Finanzbildungsangebote. Eine allgemeine Beschreibung von Girokonto, Tagesgeld oder Depot reicht nicht aus. Gute Finanzbildung stellt Zusammenhänge her. Sie erklärt nicht nur, was ein ETF ist, sondern ordnet ein, für welche Ziele und Zeiträume ein langfristiger Wertpapier-Sparplan geeignet sein kann. Sie beschreibt nicht nur einzelne Versicherungsprodukte, sondern hilft jungen Menschen dabei, existenzielle Risiken von weniger dringlichen Absicherungen zu unterscheiden. Besondere Bedeutung erhält diese Einordnung bei der Altersvorsorge. Junge Erwachsene treffen heute auf eine kaum überschaubare Menge an Informationen und politischen Diskussionen. Gleichzeitig müssen sie Entscheidungen treffen, deren Auswirkungen häufig erst Jahrzehnte später sichtbar werden. Banken können hier eine wichtige Rolle übernehmen; vorausgesetzt, sie beginnen nicht beim Produktabschluss, sondern bei der persönlichen Ausgangssituation. Finanzbildung wird damit zur Brücke zwischen digitaler Information und qualifizierter persönlicher Finanzplanung.
Ein digitaler Kontakt ist noch kein echter Dialog
Auch digitale Erreichbarkeit muss genauer betrachtet werden. Ein Kontaktformular, ein Chatfenster oder ein Rückrufbutton zeigen zunächst nur, dass ein technischer Kontaktweg vorhanden ist. Entscheidend ist, was anschließend geschieht. Erhält der Interessent eine konkrete Antwort auf seine Frage? Wird sein Anliegen verstanden? Werden unterschiedliche Themen sinnvoll miteinander verbunden? Erkennt die Bank, wann eine allgemeine Information ausreicht und wann ein persönliches Gespräch erforderlich wird? Gerade junge Kunden erwarten einfache und schnelle Kontaktmöglichkeiten. Gleichzeitig möchten sie bei wichtigen Finanzentscheidungen nicht mit standardisierten Textbausteinen oder automatischen Verweisen allein gelassen werden. Eine NextGen Bank verbindet deshalb digitale Dialogmöglichkeiten mit fachlicher Kompetenz. Ein Chat kann eine erste Frage aufnehmen, Informationen bereitstellen oder einen Gesprächstermin vorbereiten. Eine digitale Finanzanalyse kann erste Versorgungslücken sichtbar machen. Ein persönlicher Berater kann die Ergebnisse anschließend einordnen und gemeinsam mit dem Kunden konkrete Prioritäten entwickeln. Der digitale Kontakt ist in diesem Verständnis nicht das Ende der Customer Journey. Er ist häufig der Beginn einer langfristigen Kundenbeziehung.
Einzelne Leuchttürme ergeben noch kein digitales Ökosystem
Viele Banken verfügen bereits über einzelne überzeugende Angebote. Eine hochwertige App, eine informative Website, ein erfolgreicher Instagram-Kanal oder eine umfangreiche Mediathek können jeweils positive Akzente setzen. Problematisch wird es jedoch, wenn diese Angebote unverbunden nebeneinanderstehen. Ein junger Interessent könnte beispielsweise über einen Social-Media-Beitrag auf das Thema Altersvorsorge aufmerksam werden. Auf der Website findet er anschließend nur allgemeine Produktinformationen. Der digitale Chat verweist auf eine Hotline, während die Terminvereinbarung mehrere weitere Schritte erfordert. Jeder einzelne Kontaktpunkt ist vorhanden, doch aus Kundensicht entsteht kein durchgängiger Weg.
Eine überzeugende digitale Customer Journey verbindet diese Elemente. Inhalte in sozialen Netzwerken führen zu vertiefenden Informationen. Die Website beantwortet konkrete Fragen und zeigt passende nächste Schritte auf. Digitale Kontaktmöglichkeiten ermöglichen einen unkomplizierten Dialog. Bei komplexeren Entscheidungen steht eine kompetente persönliche Beratung zur Verfügung. Die Qualität eines digitalen Ökosystems zeigt sich deshalb nicht an seinem auffälligsten Bestandteil. Sie zeigt sich an den Übergängen zwischen den einzelnen Kontaktpunkten.
Konsistenz wird zu einem unterschätzten Qualitätsmerkmal
Junge Kunden begegnen einer Bank heute in sehr unterschiedlichen Situationen. Sie sehen möglicherweise einen Beitrag auf Instagram, recherchieren anschließend über eine Suchmaschine, besuchen die Website, lesen Bewertungen, stellen einer KI eine konkrete Frage und nehmen schließlich Kontakt mit einem Mitarbeiter auf. Dabei entsteht der Gesamteindruck aus vielen einzelnen Erfahrungen. Verspricht eine Bank auf Social Media Nähe, ist aber nur schwer erreichbar, entsteht ein Widerspruch. Betont sie ihre Finanzbildungsangebote, beantwortet konkrete Fragen aber lediglich mit Produktinformationen, verliert die Botschaft an Glaubwürdigkeit. Wirbt sie mit persönlicher Beratung, bietet jedoch keinen unkomplizierten Weg zu einem Ansprechpartner, bleibt das Versprechen abstrakt. Konsistenz bedeutet, dass Kommunikation, digitale Angebote und tatsächliche Kontaktmöglichkeiten zusammenpassen. Eine Bank sollte über unterschiedliche Kanäle hinweg dieselbe Haltung erkennen lassen: verständlich, erreichbar, relevant und glaubwürdig. Für Regionalbanken liegt darin eine große Chance. Sie können digitale Sichtbarkeit mit realer persönlicher Nähe verbinden. Damit besitzen sie grundsätzlich etwas, das rein digitale Anbieter nur schwer abbilden können. Dieser Vorteil wird jedoch erst sichtbar, wenn die regionale Kompetenz auch in der digitalen Customer Journey erkennbar wird.
Eine NextGen Bank denkt nicht in Kanälen, sondern in Kundenfragen
Traditionell werden Website, App, Social Media, Marketing und Beratung häufig in getrennten Verantwortungsbereichen entwickelt. Aus Sicht des Kunden existieren diese organisatorischen Grenzen nicht. Er erwartet eine zusammenhängende Erfahrung. Eine NextGen-Strategie sollte deshalb nicht mit der Frage beginnen, welcher Kanal zusätzlich bespielt werden kann. Sie sollte bei den tatsächlichen Fragen junger Menschen ansetzen.
Welche finanziellen Entscheidungen beschäftigen sie in Ausbildung, Studium oder Berufseinstieg? Welche Informationen benötigen sie beim ersten regelmäßigen Einkommen? Wie verändern Partnerschaft, Familiengründung oder der Wunsch nach Wohneigentum ihre finanzielle Situation? Wie lassen sich Vermögensaufbau, Absicherung und Altersvorsorge miteinander verbinden? Erst aus diesen Fragen sollte abgeleitet werden, welche Inhalte, digitalen Funktionen, Dialogangebote und persönlichen Beratungsleistungen erforderlich sind. So entsteht aus einzelnen Maßnahmen eine erkennbare Strategie.
Der Young Finance Award betrachtet das Gesamtbild
Der Bankentest ?NextGen Bank 2027? der Gesellschaft für Qualitätsprüfung setzt genau an diesem Zusammenspiel an. Bewertet wird nicht allein, ob eine Bank über einzelne digitale Angebote verfügt. Im Mittelpunkt steht vielmehr die Frage, wie überzeugend das gesamte Informations- und Kommunikationsangebot aus Sicht junger Kundinnen und Kunden wirkt. Dafür werden fünf zentrale Bereiche untersucht: der Digital-Check, die persönliche Finanzplanung, die Auftritte auf LinkedIn und Instagram sowie die Authentizität im digitalen Ökosystem, in das auch Plattformen wie TikTok und YouTube einbezogen werden. Die Grundlage bildet unter anderem die NextGen Studie 2026 mit mehr als 1.000 befragten jungen Erwachsenen. Dadurch orientiert sich die Untersuchung nicht allein daran, was Banken selbst für zeitgemäß halten. Maßgeblich sind vielmehr die tatsächlichen Erwartungen, Gewohnheiten und Informationsbedürfnisse der Zielgruppe. Für das Testjahr 2027 werden die Ergebnisse für insgesamt mehr als 200 Städte aufbereitet. Die jeweils überzeugendste Bank erhält die Auszeichnung:
?NextGen Bank 2027 ? 1. Platz in [STADT]?
Damit entsteht ein regionaler Qualitätsatlas, der jungen Verbrauchern Orientierung bietet und Banken zugleich zeigt, wie sie im lokalen Wettbewerb aufgestellt sind.
Zukunftsfähigkeit entsteht durch das Zusammenspiel
Die digitale Entwicklung des Bankgeschäfts ist nicht abgeschlossen. Neue Technologien, KI-Systeme und Kommunikationsplattformen werden die Informationssuche und die Erwartungen junger Kunden weiter verändern. Einzelne technische Lösungen werden deshalb immer nur eine Momentaufnahme sein. Nachhaltige Zukunftsfähigkeit entsteht dort, wo eine Bank junge Menschen tatsächlich versteht. Sie zeigt sich in verständlichen Informationen, relevanter Finanzbildung, einfachen Kontaktwegen, glaubwürdiger Kommunikation und der Fähigkeit, digitale Angebote mit persönlicher Kompetenz zu verbinden. Eine App kann ein wichtiger Teil dieser Strategie sein. Sie kann Prozesse vereinfachen und den täglichen Umgang mit Finanzen erleichtern. Zu einer NextGen Bank wird ein Institut jedoch erst dann, wenn aus allen digitalen und persönlichen Kontaktpunkten ein überzeugendes Gesamtangebot entsteht. Denn junge Kunden gewinnt man zunehmend digital. Langfristig bindet man sie durch Orientierung, Kompetenz, Vertrauen und ausgezeichnete Beratung.
Die regionalen Ergebnisse des Bankentests ?NextGen Bank 2027? sind unter www.Young-Finance-Award.de abrufbar.
Über "Gesellschaft für Qualitätsprüfung mbH":
Die Gesellschaft für Qualitätsprüfung mbH zählt zu den führenden unabhängigen Testinstituten für Beratungsqualität und Kundenorientierung in der deutschen Finanzbranche. Im Mittelpunkt der Arbeit stehen wissenschaftlich fundierte Analysen, Praxistests und Studien zu den Themen Beratung, Service, Digitalisierung, Baufinanzierung, Vermögensberatung, Finanzbildung und Kundenerlebnis.
Mit ihren bundesweiten Testreihen wie „BESTE BANK vor Ort“, „SEHR GUT in der Baufinanzierung“, den Private-Banking-Tests sowie den NextGen-Analysen untersucht die Gesellschaft für Qualitätsprüfung jährlich mehrere tausend Kundenkontakte und digitale Berührungspunkte. Die gewonnenen Erkenntnisse dienen sowohl Verbrauchern als Orientierungshilfe als auch Finanzinstituten als Grundlage zur Weiterentwicklung ihrer Beratungs- und Servicequalität.
Darüber hinaus veröffentlicht die Gesellschaft für Qualitätsprüfung regelmäßig Fachbeiträge, Studien und Marktanalysen zu aktuellen Entwicklungen im Banking und engagiert sich insbesondere für die Stärkung der Finanzbildung sowie die Förderung einer kundenorientierten Beratungskultur.
Getreu dem Unternehmensmotto „Weil wir Qualität prüfen.“ verfolgt sie das Ziel, Qualität sichtbar, vergleichbar und nachhaltig wirksam zu machen.
Mit ihren bundesweiten Testreihen wie „BESTE BANK vor Ort“, „SEHR GUT in der Baufinanzierung“, den Private-Banking-Tests sowie den NextGen-Analysen untersucht die Gesellschaft für Qualitätsprüfung jährlich mehrere tausend Kundenkontakte und digitale Berührungspunkte. Die gewonnenen Erkenntnisse dienen sowohl Verbrauchern als Orientierungshilfe als auch Finanzinstituten als Grundlage zur Weiterentwicklung ihrer Beratungs- und Servicequalität.
Darüber hinaus veröffentlicht die Gesellschaft für Qualitätsprüfung regelmäßig Fachbeiträge, Studien und Marktanalysen zu aktuellen Entwicklungen im Banking und engagiert sich insbesondere für die Stärkung der Finanzbildung sowie die Förderung einer kundenorientierten Beratungskultur.
Getreu dem Unternehmensmotto „Weil wir Qualität prüfen.“ verfolgt sie das Ziel, Qualität sichtbar, vergleichbar und nachhaltig wirksam zu machen.
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