Der Forschungsdienst des US-Kongresses hat im April 2026 zusammengetragen, wie Rechenzentren und Kryptominen um dieselben Kapazitäten konkurrieren und welche Rolle schnell abschaltbare Anlagen für die Stabilität eines Stromnetzes spielen
Lastflexibilität entscheidet über den Netzanschluss: 226 Gigawatt Großlasten warten in Texas auf eine Zusage, rund 20 Gigawatt davon für Mining
Bietigheim-Bissingen, 19.09.2026 (PresseBox) - Der Zugang zum Stromnetz ist für Mining-Betreiber zur knappsten Ressource geworden. Der Forschungsdienst des US-Kongresses, der Congressional Research Service, hat am 22. April 2026 einen Bericht zum Verhältnis von Kryptomining und Stromsektor vorgelegt. Danach führte der texanische Netzbetreiber ERCOT (Electric Reliability Council of Texas) im Dezember 2025 Anschlussanträge über rund 226 Gigawatt an Großlasten, nach 63 Gigawatt im Jahr 2024. Wer den eigenen Verbrauch dagegenhalten will, kann zunächst die Stromkosten einer Mining-Grafikkarte durchrechnen.
Der Anteil des Minings an dieser Warteschlange ist kleiner, als die öffentliche Debatte vermuten lässt. Laut dem Bericht entfielen rund 73 Prozent der Anträge des Jahres 2025 auf Rechenzentren und weitere 9 Prozent auf Mining-Anlagen, was etwa 20 Gigawatt entspricht. Einzelne Anträge überschreiten ein Gigawatt je Standort.
Wo die größten Verbräuche heute tatsächlich liegen
Die Größenordnung des amerikanischen Minings ist bislang nur in Spannen bekannt. Der Bericht referiert Schätzungen der US-Energieinformationsbehörde (Energy Information Administration), die zwei Rechenwege nebeneinanderstellt. Fünf Werte umreißen den Verbrauch:
Das Bitcoin-Mining in den Vereinigten Staaten verbrauchte 2023 nach dem ersten Rechenweg zwischen 25 und 91 Terawattstunden Strom.
Das entspricht 0,6 bis 2,3 Prozent des gesamten Strombedarfs der Vereinigten Staaten im Jahr 2023.
Der zweite Rechenweg erfasste 137 Mining-Anlagen und für 101 davon eine Anschlussleistung von zusammen 10,275 Gigawatt.
Bei einer angenommenen Auslastung von 80 Prozent ergibt das rund 70 Terawattstunden im Jahr.
Im Bundesstaat New York zählte die Auswertung elf Betreiber mit zusammen etwa 7,7 Terawattstunden Strombedarf, davon 6,1 aus dem öffentlichen Netz.
Lastflexibilität ist der Preis für den Anschluss geworden
Texas hat für Großverbraucher ein eigenes Verfahren geschaffen, das Lastflexibilität belohnt. Der Netzbetreiber führt seit 2022 ein Programm für große flexible Lasten, das Anlagen ab 75 Megawatt erfasst. Mining-Anlagen fahren ihre Leistung schneller herunter als andere Großverbraucher und nehmen deshalb an Märkten für Regelenergie teil, also für kurzfristig abrufbare Leistung.
Wie stark diese Möglichkeit genutzt wird, hat das Cambridge Centre for Alternative Finance erhoben. Nach Angaben des Zentrums haben 57,1 Prozent der befragten Mining-Unternehmen ihre Rechenlast im Jahr 2023 gedrosselt und dabei zusammen 888 Gigawattstunden abgeworfen. Die Erhebung deckt eigenen Angaben zufolge knapp 48 Prozent der rechnerisch abgeleiteten Rechenleistung des Bitcoin-Netzes ab.
Die Abwärme entwickelt sich zum zweiten Erlöspfad
Wärme ist das eigentliche Nebenprodukt jeder Rechenanlage. Das Cambridge-Zentrum beschreibt ein Rechenzentrum in der finnischen Landschaft Satakunta mit zwei Megawatt Leistung, dessen Abwärme in ein Fernwärmenetz für rund 11.000 Einwohner eingespeist wird. Der Energiemix der befragten Unternehmen bestand laut derselben Erhebung zum Stichtag 30. Juni 2024 zu 52,4 Prozent aus nachhaltigen Quellen, davon 42,6 Prozent erneuerbar und 9,8 Prozent aus Kernkraft.
?Der Streit über den Stromverbrauch geht am Kern vorbei. Eine Anlage, die sich in Sekunden abschalten lässt und ihre Wärme abgibt, ist für ein Netz etwas anderes als eine, die nur zieht?, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Was das für die Wahl eines Standorts bedeutet
Standortentscheidungen folgen inzwischen dem Netzanschluss und nicht mehr dem Strompreis allein. Die von Cambridge befragten Unternehmen nannten einen mittleren Strombezugspreis von 45 US-Dollar je Megawattstunde. Wer eine solche Rechnung für eine einzelne Kryptowährung nachvollziehen möchte, findet den Rechenweg in einer Wirtschaftlichkeitsrechnung für das Mining von Ravencoin.
Was im Herbst 2026 zu beobachten ist
Die nächsten belastbaren Zahlen kommen aus den Anschlusswarteschlangen der Netzbetreiber. Für New York erwartete die im Bericht zitierte Auswertung bis 2026 zusätzliche 790 Megawatt Last aus Mining-Anlagen. Ob dieser Zubau kommt, hängt weniger an der Rechenleistung als an der Bereitschaft der Betreiber, Leistung im richtigen Moment abzugeben.
Im September 2026 gilt für die Standortsuche ein einfacher Satz: Ein Platz ohne Netzanschluss ist kein Platz. Die Frage der nächsten Jahre lautet damit nicht, wie viel Strom das Mining verbraucht, sondern wann es ihn verbraucht.
Der Anteil des Minings an dieser Warteschlange ist kleiner, als die öffentliche Debatte vermuten lässt. Laut dem Bericht entfielen rund 73 Prozent der Anträge des Jahres 2025 auf Rechenzentren und weitere 9 Prozent auf Mining-Anlagen, was etwa 20 Gigawatt entspricht. Einzelne Anträge überschreiten ein Gigawatt je Standort.
Wo die größten Verbräuche heute tatsächlich liegen
Die Größenordnung des amerikanischen Minings ist bislang nur in Spannen bekannt. Der Bericht referiert Schätzungen der US-Energieinformationsbehörde (Energy Information Administration), die zwei Rechenwege nebeneinanderstellt. Fünf Werte umreißen den Verbrauch:
Das Bitcoin-Mining in den Vereinigten Staaten verbrauchte 2023 nach dem ersten Rechenweg zwischen 25 und 91 Terawattstunden Strom.
Das entspricht 0,6 bis 2,3 Prozent des gesamten Strombedarfs der Vereinigten Staaten im Jahr 2023.
Der zweite Rechenweg erfasste 137 Mining-Anlagen und für 101 davon eine Anschlussleistung von zusammen 10,275 Gigawatt.
Bei einer angenommenen Auslastung von 80 Prozent ergibt das rund 70 Terawattstunden im Jahr.
Im Bundesstaat New York zählte die Auswertung elf Betreiber mit zusammen etwa 7,7 Terawattstunden Strombedarf, davon 6,1 aus dem öffentlichen Netz.
Lastflexibilität ist der Preis für den Anschluss geworden
Texas hat für Großverbraucher ein eigenes Verfahren geschaffen, das Lastflexibilität belohnt. Der Netzbetreiber führt seit 2022 ein Programm für große flexible Lasten, das Anlagen ab 75 Megawatt erfasst. Mining-Anlagen fahren ihre Leistung schneller herunter als andere Großverbraucher und nehmen deshalb an Märkten für Regelenergie teil, also für kurzfristig abrufbare Leistung.
Wie stark diese Möglichkeit genutzt wird, hat das Cambridge Centre for Alternative Finance erhoben. Nach Angaben des Zentrums haben 57,1 Prozent der befragten Mining-Unternehmen ihre Rechenlast im Jahr 2023 gedrosselt und dabei zusammen 888 Gigawattstunden abgeworfen. Die Erhebung deckt eigenen Angaben zufolge knapp 48 Prozent der rechnerisch abgeleiteten Rechenleistung des Bitcoin-Netzes ab.
Die Abwärme entwickelt sich zum zweiten Erlöspfad
Wärme ist das eigentliche Nebenprodukt jeder Rechenanlage. Das Cambridge-Zentrum beschreibt ein Rechenzentrum in der finnischen Landschaft Satakunta mit zwei Megawatt Leistung, dessen Abwärme in ein Fernwärmenetz für rund 11.000 Einwohner eingespeist wird. Der Energiemix der befragten Unternehmen bestand laut derselben Erhebung zum Stichtag 30. Juni 2024 zu 52,4 Prozent aus nachhaltigen Quellen, davon 42,6 Prozent erneuerbar und 9,8 Prozent aus Kernkraft.
?Der Streit über den Stromverbrauch geht am Kern vorbei. Eine Anlage, die sich in Sekunden abschalten lässt und ihre Wärme abgibt, ist für ein Netz etwas anderes als eine, die nur zieht?, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Was das für die Wahl eines Standorts bedeutet
Standortentscheidungen folgen inzwischen dem Netzanschluss und nicht mehr dem Strompreis allein. Die von Cambridge befragten Unternehmen nannten einen mittleren Strombezugspreis von 45 US-Dollar je Megawattstunde. Wer eine solche Rechnung für eine einzelne Kryptowährung nachvollziehen möchte, findet den Rechenweg in einer Wirtschaftlichkeitsrechnung für das Mining von Ravencoin.
Was im Herbst 2026 zu beobachten ist
Die nächsten belastbaren Zahlen kommen aus den Anschlusswarteschlangen der Netzbetreiber. Für New York erwartete die im Bericht zitierte Auswertung bis 2026 zusätzliche 790 Megawatt Last aus Mining-Anlagen. Ob dieser Zubau kommt, hängt weniger an der Rechenleistung als an der Bereitschaft der Betreiber, Leistung im richtigen Moment abzugeben.
Im September 2026 gilt für die Standortsuche ein einfacher Satz: Ein Platz ohne Netzanschluss ist kein Platz. Die Frage der nächsten Jahre lautet damit nicht, wie viel Strom das Mining verbraucht, sondern wann es ihn verbraucht.
Über "Provimedia GmbH":
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