Eine Auswertung von mehr als 60 Millionen Karten aus 24 Handelsunternehmen zeigt, wie viel Guthaben nach zwölf und nach 36 Monaten tatsächlich verbraucht ist und warum online gekaufte Guthaben überwiegend in der Filiale landen.
Gutscheinkarten wachsen seit 2023 um 12,5 Prozent im Jahr und damit deutlich schneller als der Einzelhandel in Deutschland
Bietigheim-Bissingen, 29.09.2026 (PresseBox) - Ein verschenktes Guthaben ist für den Handel kein abgeschlossener Verkauf, sondern ein Versprechen mit offenem Ausgang. Der Hamburger Loyalty- und Giftcard-Dienstleister KNISTR hat im Juni 2026 die Studie Giftcards Reloaded veröffentlicht. Laut dieser Auswertung stieg der Umsatz aus dem Verkauf von Gutscheinkarten zwischen 2023 und 2025 um durchschnittlich 12,5 Prozent pro Jahr. Grundlage sind mehr als 100 Millionen Transaktions- und Nutzungsdaten sowie über 60 Millionen Karten aus den Jahren 2019 bis 2025. Wer lieber etwas Greifbares überreicht, findet eine Übersicht über Geschenkboxen aus Karton zum Verschenken.
Wann Gutscheinkarten schneller wachsen als der übrige Handel
Der Abstand zwischen Kartenumsatz und Handelsumsatz hat sich seit 2022 geöffnet. Gemessen am Referenzjahr 2019 mit dem Indexwert 100 erreichte der Umsatz aus Gutscheinkarten im Jahr 2025 laut der Studie einen Indexwert von 188. Der Einzelhandelsumsatz ohne Kraftfahrzeuge, Tankstellen, Brennstoffe und Apotheken kam im selben Zeitraum auf 124.
Die Auswertung stützt sich auf 24 Unternehmen aus vier Handelssegmenten. Erfasst wurden Fachmärkte, Konsumgüter des täglichen Bedarfs, der Bereich Lifestyle und Freizeit sowie Mode und Accessoires. In einzelnen dieser Segmente machen die Guthabenkarten nach Angaben des Dienstleisters bis zu 2 Prozent des gesamten Umsatzes aus.
Wie vollständig das Guthaben tatsächlich verbraucht wird
Ein ausgegebenes Guthaben verschwindet nicht mit dem ersten Einkauf. Die Studie weist Einlösequoten über die Zeit aus und zeigt, dass ein Teil der Karten auch nach Jahren noch Restwerte trägt. Für den Handel ist das eine Verbindlichkeit, die sich erst langsam auflöst.
Drei Einlösewerte aus der Studie beschreiben diesen Verlauf. Die Spannen ergeben sich daraus, dass die vier untersuchten Handelssegmente unterschiedlich schnell einlösen:
Nach zwölf Monaten sind 59 bis 77 Prozent der Karten vollständig verbraucht.
Nach 36 Monaten sind es 67 bis 88 Prozent.
Bei 52 Prozent der Einlösungen geben die Kundinnen und Kunden mehr aus, als die Karte wert war.
Der letzte Wert erklärt, warum Händler solche Karten überhaupt anbieten. Ein Guthaben von 50 Euro führt in mehr als der Hälfte der Fälle zu einem höheren Bon. Die Differenz zahlt die Person, die den Gutschein einlöst, nicht die Person, die ihn gekauft hat.
Warum online gekaufte Karten in der Filiale eingelöst werden
Der Kaufweg und der Einlöseweg fallen bei diesen Karten regelmäßig auseinander. Laut der Studie werden über 55 Prozent der online gekauften Karten in einer stationären Filiale eingelöst. Die Karte verbindet damit zwei Vertriebswege, die sonst getrennt gemessen werden.
Für den Handel verschiebt das die Zurechnung von Umsatz. Ein Betrag, der im Onlineshop eingenommen wird, taucht Wochen später als Kassenumsatz in einer Filiale auf. Wer beide Kanäle getrennt bewertet, unterschätzt den Onlineanteil und überschätzt zugleich die Frequenz der Filiale.
Was ein Guthaben für die Wahrnehmung einer Marke bedeutet
Neben dem Umsatz wird bei Gutscheinkarten auch die Wirkung auf die Marke gemessen. Der Zahlungsdienstleister epay hat am 16. April 2026 eine Untersuchung zum Markenerleben vorgelegt, für die nach Angaben des Unternehmens mehr als 6.000 Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland befragt wurden. Käufer und Beschenkte bewerteten das Markenerlebnis demnach um 71,4 Prozent höher.
Laut derselben Untersuchung gibt es zusätzlich einen Ausstrahlungseffekt auf andere Kontaktpunkte einer Marke, den das Unternehmen mit durchschnittlich 58,4 Prozent beziffert. Beide Werte stammen aus einer Befragung im Auftrag eines Anbieters von Prepaid-Karten und sind entsprechend einzuordnen. Wer ein Geschenk sucht, das ohne Restguthaben auskommt, findet Anregungen bei personalisierten Lernspielen für Kinder.
?Ein Gutschein ist kein kleines Geschenk, sondern eine offene Rechnung des Händlers. Wer ihn ausstellt, verkauft ein Versprechen und weiß erst Jahre später, was es ihn gekostet hat?, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Wo die Zahlen aus Programmdaten an ihre Grenzen stoßen
Die Datenbasis der Studie ist groß, aber nicht repräsentativ für den gesamten Handel. Ausgewertet wurden Programme, die der Dienstleister selbst betreibt, und damit Unternehmen, die bereits in Kartenprogramme investiert haben. Händler ohne eigenes Programm bleiben außen vor, ebenso Papiergutscheine kleiner Betriebe.
Eine amtliche Statistik zum Volumen des Gutscheingeschäfts in Deutschland gibt es nicht. Der Umsatz aus dem Verkauf von Karten wird nicht gesondert erhoben, sondern erscheint erst bei der Einlösung als Handelsumsatz. Für den Herbst 2026 bleiben damit Programmdaten einzelner Anbieter die einzige belastbare Quelle.
Wann Gutscheinkarten schneller wachsen als der übrige Handel
Der Abstand zwischen Kartenumsatz und Handelsumsatz hat sich seit 2022 geöffnet. Gemessen am Referenzjahr 2019 mit dem Indexwert 100 erreichte der Umsatz aus Gutscheinkarten im Jahr 2025 laut der Studie einen Indexwert von 188. Der Einzelhandelsumsatz ohne Kraftfahrzeuge, Tankstellen, Brennstoffe und Apotheken kam im selben Zeitraum auf 124.
Die Auswertung stützt sich auf 24 Unternehmen aus vier Handelssegmenten. Erfasst wurden Fachmärkte, Konsumgüter des täglichen Bedarfs, der Bereich Lifestyle und Freizeit sowie Mode und Accessoires. In einzelnen dieser Segmente machen die Guthabenkarten nach Angaben des Dienstleisters bis zu 2 Prozent des gesamten Umsatzes aus.
Wie vollständig das Guthaben tatsächlich verbraucht wird
Ein ausgegebenes Guthaben verschwindet nicht mit dem ersten Einkauf. Die Studie weist Einlösequoten über die Zeit aus und zeigt, dass ein Teil der Karten auch nach Jahren noch Restwerte trägt. Für den Handel ist das eine Verbindlichkeit, die sich erst langsam auflöst.
Drei Einlösewerte aus der Studie beschreiben diesen Verlauf. Die Spannen ergeben sich daraus, dass die vier untersuchten Handelssegmente unterschiedlich schnell einlösen:
Nach zwölf Monaten sind 59 bis 77 Prozent der Karten vollständig verbraucht.
Nach 36 Monaten sind es 67 bis 88 Prozent.
Bei 52 Prozent der Einlösungen geben die Kundinnen und Kunden mehr aus, als die Karte wert war.
Der letzte Wert erklärt, warum Händler solche Karten überhaupt anbieten. Ein Guthaben von 50 Euro führt in mehr als der Hälfte der Fälle zu einem höheren Bon. Die Differenz zahlt die Person, die den Gutschein einlöst, nicht die Person, die ihn gekauft hat.
Warum online gekaufte Karten in der Filiale eingelöst werden
Der Kaufweg und der Einlöseweg fallen bei diesen Karten regelmäßig auseinander. Laut der Studie werden über 55 Prozent der online gekauften Karten in einer stationären Filiale eingelöst. Die Karte verbindet damit zwei Vertriebswege, die sonst getrennt gemessen werden.
Für den Handel verschiebt das die Zurechnung von Umsatz. Ein Betrag, der im Onlineshop eingenommen wird, taucht Wochen später als Kassenumsatz in einer Filiale auf. Wer beide Kanäle getrennt bewertet, unterschätzt den Onlineanteil und überschätzt zugleich die Frequenz der Filiale.
Was ein Guthaben für die Wahrnehmung einer Marke bedeutet
Neben dem Umsatz wird bei Gutscheinkarten auch die Wirkung auf die Marke gemessen. Der Zahlungsdienstleister epay hat am 16. April 2026 eine Untersuchung zum Markenerleben vorgelegt, für die nach Angaben des Unternehmens mehr als 6.000 Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland befragt wurden. Käufer und Beschenkte bewerteten das Markenerlebnis demnach um 71,4 Prozent höher.
Laut derselben Untersuchung gibt es zusätzlich einen Ausstrahlungseffekt auf andere Kontaktpunkte einer Marke, den das Unternehmen mit durchschnittlich 58,4 Prozent beziffert. Beide Werte stammen aus einer Befragung im Auftrag eines Anbieters von Prepaid-Karten und sind entsprechend einzuordnen. Wer ein Geschenk sucht, das ohne Restguthaben auskommt, findet Anregungen bei personalisierten Lernspielen für Kinder.
?Ein Gutschein ist kein kleines Geschenk, sondern eine offene Rechnung des Händlers. Wer ihn ausstellt, verkauft ein Versprechen und weiß erst Jahre später, was es ihn gekostet hat?, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Wo die Zahlen aus Programmdaten an ihre Grenzen stoßen
Die Datenbasis der Studie ist groß, aber nicht repräsentativ für den gesamten Handel. Ausgewertet wurden Programme, die der Dienstleister selbst betreibt, und damit Unternehmen, die bereits in Kartenprogramme investiert haben. Händler ohne eigenes Programm bleiben außen vor, ebenso Papiergutscheine kleiner Betriebe.
Eine amtliche Statistik zum Volumen des Gutscheingeschäfts in Deutschland gibt es nicht. Der Umsatz aus dem Verkauf von Karten wird nicht gesondert erhoben, sondern erscheint erst bei der Einlösung als Handelsumsatz. Für den Herbst 2026 bleiben damit Programmdaten einzelner Anbieter die einzige belastbare Quelle.
Über "Provimedia GmbH":
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