Die L-Bank bewilligte als Elterngeldstelle des Landes bis zum 15. Dezember 2025 rund 130.000 Anträge und zahlte mehr als eine Milliarde Euro aus. 42.798 Anträge kamen von Männern, fast zwei Drittel aller Anträge gingen online ein
Väterquote beim Elterngeld: In Baden-Württemberg beantragte 2025 bei 46,4 Prozent der Geburten auch der Vater ? Freiburg, Heidelberg, Tübingen vorn
Bietigheim-Bissingen, 03.10.2026 (PresseBox) - Wo Väter in Baden-Württemberg am häufigsten Elterngeld beantragen, lässt sich inzwischen bis auf die Ebene der Stadt- und Landkreise ablesen. Die L-Bank, die für das Land die Elterngeldanträge bearbeitet, hat ihre Elterngeldbilanz 2025 am 22. Dezember 2025 vorgelegt und die Angaben zur Väterquote am 22. Januar 2026 korrigiert. Laut dieser Bilanz beantragte bei 46,4 Prozent der 92.082 Geburten, für die Elterngeld bewilligt wurde, auch der Vater die Leistung, nach 46,9 Prozent im Vorjahr. Die ersten Wochen mit dem Kind sind zugleich die Zeit, in der viele Eltern zum ersten Mal ein Tragesystem ausprobieren. Welche Vorteile das Tragen in den ersten Wochen nach der Geburt für Eltern und Kind hat, erklärt ein Beitrag des Fachportals der Provimedia GmbH.
Wo die Väterquote in Baden-Württemberg am höchsten liegt
Drei Universitätsstädte führen die Rangliste an. Nach Angaben der L-Bank liegen Freiburg, Heidelberg und Tübingen bei der Väterquote und zugleich bei der Quote der Onlineanträge vorn. Die Bilanz 2025 nennt für die drei Städte keine Einzelwerte, wohl aber ihre Spitzenposition unter den 44 Stadt- und Landkreisen des Landes.
Im Landesdurchschnitt bleibt der Anteil knapp unter der Hälfte. Laut der L-Bank stellten 2025 insgesamt 42.798 Väter einen Antrag auf Elterngeld, nach 45.190 im Jahr 2024. Der Rückgang folgt der sinkenden Zahl der Geburten, für die Elterngeld bewilligt wurde: 92.082 im Jahr 2025 gegenüber 96.291 im Jahr zuvor.
?Eine Väterquote von knapp der Hälfte klingt nach Fortschritt, sagt aber nichts darüber, wie lange ein Vater tatsächlich zu Hause bleibt. Die interessante Zahl steht nicht in der Bilanz, sondern im Kalender der Familien: Wer nimmt den dritten Monat, und wer bleibt beim Minimum?, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Wie sich die Antragszahlen 2025 gegenüber dem Vorjahr verändert haben
Zum Stichtag 15. Dezember 2025 ist die Nachfrage leicht gesunken, bleibt aber auf hohem Niveau. Die L-Bank weist in ihrer Bilanz folgende Werte aus, jeweils mit dem Vergleichswert zum selben Zeitpunkt des Vorjahres:
608 bewilligte Anträge auf Elterngeld nach 136.029 im Jahr 2024.
1,06 Milliarden Euro Bewilligungssumme nach 1,07 Milliarden Euro.
798 Anträge von Vätern nach 45.190.
082 Geburten mit bewilligtem Elterngeld nach 96.291.
64 Prozent der Anträge online gestellt nach 62,8 Prozent.
Der Rückgang der Anträge um 4,7 Prozent fällt damit stärker aus als der Rückgang der Bewilligungssumme um rund 1 Prozent. Nach Angaben der L-Bank gingen in den letzten Tagen vor dem Jahreswechsel erfahrungsgemäß noch zahlreiche Anträge ein, sodass die endgültigen Jahreswerte 2025 etwas über den Stichtagswerten liegen.
Warum die meisten Väter bei zwei Monaten Elternzeit bleiben
Der Antrag sagt wenig über die Dauer. Eine Auswertung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit vom 28. Juli 2025 kommt zu dem Ergebnis, dass drei Viertel aller Väter mit Elterngeld nur die zwei Partnermonate nehmen. Die Forscher Arnim Seidlitz, Ann-Christin Bächmann und Corinna Frodermann werteten dafür die Erwerbsbiografien von 7.857 verheirateten Vätern in 2.473 Betrieben aus, deren erstes Kind zwischen 2007 und 2014 geboren wurde.
Der Betrieb spielt eine Rolle, aber eine kleine. Laut derselben Auswertung nahmen in Betrieben ohne familienfreundliche Angebote 88 Prozent der Väter keine Elternzeit; in Betrieben mit drei solchen Angeboten waren es 81 Prozent. Eine Elternzeit von mehr als zwei Monaten kam in beiden Gruppen nur bei 2 bis 4 Prozent der Väter vor. Familienfreundliche Betriebe erhöhen nach diesem Befund die Zahl der Väter mit Elternzeit, nicht aber deren Dauer.
Ab wann Eltern eine Betreuung außerhalb der Familie für angemessen halten
Im ersten Lebensjahr bleibt die Betreuung Familiensache, auch nach Ansicht der Bevölkerung. Laut dem IAB-Kurzbericht 2/2026 vom 20. Januar 2026 halten die 18- bis 60-Jährigen eine stundenweise Betreuung außerhalb der Familie im Durchschnitt erst ab einem Kindesalter von zwei Jahren und vier Monaten für angemessen. Für eine ganztägige Betreuung nennen die Befragten im Mittel vier Jahre und neun Monate.
Für die Erwerbstätigkeit der Mutter gelten ähnliche Vorstellungen. Das IAB wertete dafür die Panelstudie ?Arbeitsmarkt und soziale Sicherung? mit rund 10.000 Befragten aus dem Erhebungsjahr 2022 aus. Nach Angaben des Instituts gilt eine Teilzeittätigkeit im Schnitt ab zwei Jahren und acht Monaten nach der Geburt als angemessen, eine Vollzeittätigkeit ab fünf Jahren und acht Monaten. Zwischen 2011 und 2022 sind diese Altersgrenzen gesunken, aber nur leicht.
Wer die Monate zu Hause mit einem älteren Säugling verbringt, trägt das Kind anders als in den ersten Wochen. Ein Beitrag erklärt, warum die Hüfttrage im Alltag mit größeren Babys entlastet und ab welchem Alter sie infrage kommt.
Wie der Antrag auf Elterngeld inzwischen digital läuft
Der Weg zum Elterngeld führt in Baden-Württemberg zunehmend über den Bildschirm. Nach Angaben der L-Bank gingen 2025 fast 83.000 Anträge online ein, das entspricht 64 Prozent aller Anträge. Seit April 2025 können Eltern auch nach der Antragstellung Unterlagen elektronisch nachreichen oder Widerspruch gegen den Bescheid einlegen, sodass das gesamte Verfahren ohne Papier möglich ist.
Seit dem 22. September 2025 bietet die L-Bank zusätzlich einen digitalen Elterngeldplaner an. Laut der Bilanz 2025 haben bis Mitte Dezember rund 10.000 Personen die Seite des Planers besucht; die dort eingegebenen Daten lassen sich direkt in den Onlineantrag übernehmen. Die L-Bank versteht das Werkzeug als Prototyp, den auch andere Bundesländer nutzen können.
Die nächste Elterngeldbilanz legt die L-Bank nach dem bisherigen Rhythmus im Dezember 2026 vor. Bis dahin gilt laut L-Bank der Stand vom 15. Dezember 2025 mit einer Väterquote von 46,4 Prozent.
Wo die Väterquote in Baden-Württemberg am höchsten liegt
Drei Universitätsstädte führen die Rangliste an. Nach Angaben der L-Bank liegen Freiburg, Heidelberg und Tübingen bei der Väterquote und zugleich bei der Quote der Onlineanträge vorn. Die Bilanz 2025 nennt für die drei Städte keine Einzelwerte, wohl aber ihre Spitzenposition unter den 44 Stadt- und Landkreisen des Landes.
Im Landesdurchschnitt bleibt der Anteil knapp unter der Hälfte. Laut der L-Bank stellten 2025 insgesamt 42.798 Väter einen Antrag auf Elterngeld, nach 45.190 im Jahr 2024. Der Rückgang folgt der sinkenden Zahl der Geburten, für die Elterngeld bewilligt wurde: 92.082 im Jahr 2025 gegenüber 96.291 im Jahr zuvor.
?Eine Väterquote von knapp der Hälfte klingt nach Fortschritt, sagt aber nichts darüber, wie lange ein Vater tatsächlich zu Hause bleibt. Die interessante Zahl steht nicht in der Bilanz, sondern im Kalender der Familien: Wer nimmt den dritten Monat, und wer bleibt beim Minimum?, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Wie sich die Antragszahlen 2025 gegenüber dem Vorjahr verändert haben
Zum Stichtag 15. Dezember 2025 ist die Nachfrage leicht gesunken, bleibt aber auf hohem Niveau. Die L-Bank weist in ihrer Bilanz folgende Werte aus, jeweils mit dem Vergleichswert zum selben Zeitpunkt des Vorjahres:
608 bewilligte Anträge auf Elterngeld nach 136.029 im Jahr 2024.
1,06 Milliarden Euro Bewilligungssumme nach 1,07 Milliarden Euro.
798 Anträge von Vätern nach 45.190.
082 Geburten mit bewilligtem Elterngeld nach 96.291.
64 Prozent der Anträge online gestellt nach 62,8 Prozent.
Der Rückgang der Anträge um 4,7 Prozent fällt damit stärker aus als der Rückgang der Bewilligungssumme um rund 1 Prozent. Nach Angaben der L-Bank gingen in den letzten Tagen vor dem Jahreswechsel erfahrungsgemäß noch zahlreiche Anträge ein, sodass die endgültigen Jahreswerte 2025 etwas über den Stichtagswerten liegen.
Warum die meisten Väter bei zwei Monaten Elternzeit bleiben
Der Antrag sagt wenig über die Dauer. Eine Auswertung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit vom 28. Juli 2025 kommt zu dem Ergebnis, dass drei Viertel aller Väter mit Elterngeld nur die zwei Partnermonate nehmen. Die Forscher Arnim Seidlitz, Ann-Christin Bächmann und Corinna Frodermann werteten dafür die Erwerbsbiografien von 7.857 verheirateten Vätern in 2.473 Betrieben aus, deren erstes Kind zwischen 2007 und 2014 geboren wurde.
Der Betrieb spielt eine Rolle, aber eine kleine. Laut derselben Auswertung nahmen in Betrieben ohne familienfreundliche Angebote 88 Prozent der Väter keine Elternzeit; in Betrieben mit drei solchen Angeboten waren es 81 Prozent. Eine Elternzeit von mehr als zwei Monaten kam in beiden Gruppen nur bei 2 bis 4 Prozent der Väter vor. Familienfreundliche Betriebe erhöhen nach diesem Befund die Zahl der Väter mit Elternzeit, nicht aber deren Dauer.
Ab wann Eltern eine Betreuung außerhalb der Familie für angemessen halten
Im ersten Lebensjahr bleibt die Betreuung Familiensache, auch nach Ansicht der Bevölkerung. Laut dem IAB-Kurzbericht 2/2026 vom 20. Januar 2026 halten die 18- bis 60-Jährigen eine stundenweise Betreuung außerhalb der Familie im Durchschnitt erst ab einem Kindesalter von zwei Jahren und vier Monaten für angemessen. Für eine ganztägige Betreuung nennen die Befragten im Mittel vier Jahre und neun Monate.
Für die Erwerbstätigkeit der Mutter gelten ähnliche Vorstellungen. Das IAB wertete dafür die Panelstudie ?Arbeitsmarkt und soziale Sicherung? mit rund 10.000 Befragten aus dem Erhebungsjahr 2022 aus. Nach Angaben des Instituts gilt eine Teilzeittätigkeit im Schnitt ab zwei Jahren und acht Monaten nach der Geburt als angemessen, eine Vollzeittätigkeit ab fünf Jahren und acht Monaten. Zwischen 2011 und 2022 sind diese Altersgrenzen gesunken, aber nur leicht.
Wer die Monate zu Hause mit einem älteren Säugling verbringt, trägt das Kind anders als in den ersten Wochen. Ein Beitrag erklärt, warum die Hüfttrage im Alltag mit größeren Babys entlastet und ab welchem Alter sie infrage kommt.
Wie der Antrag auf Elterngeld inzwischen digital läuft
Der Weg zum Elterngeld führt in Baden-Württemberg zunehmend über den Bildschirm. Nach Angaben der L-Bank gingen 2025 fast 83.000 Anträge online ein, das entspricht 64 Prozent aller Anträge. Seit April 2025 können Eltern auch nach der Antragstellung Unterlagen elektronisch nachreichen oder Widerspruch gegen den Bescheid einlegen, sodass das gesamte Verfahren ohne Papier möglich ist.
Seit dem 22. September 2025 bietet die L-Bank zusätzlich einen digitalen Elterngeldplaner an. Laut der Bilanz 2025 haben bis Mitte Dezember rund 10.000 Personen die Seite des Planers besucht; die dort eingegebenen Daten lassen sich direkt in den Onlineantrag übernehmen. Die L-Bank versteht das Werkzeug als Prototyp, den auch andere Bundesländer nutzen können.
Die nächste Elterngeldbilanz legt die L-Bank nach dem bisherigen Rhythmus im Dezember 2026 vor. Bis dahin gilt laut L-Bank der Stand vom 15. Dezember 2025 mit einer Väterquote von 46,4 Prozent.
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