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Der Marktforscher IDC sieht Audiobrillen ohne Display bei 70,3 Prozent Anteil und Meta bei 68,7 Prozent. In Deutschland haben laut Bitkom 35 Prozent schon eine VR-Brille genutzt, aber nur zwölf Prozent der Nutzer setzen sie wöchentlich auf.

Smart Glasses stellen 85 Prozent der XR-Auslieferungen: Der Markt wächst im zweiten Quartal 2026 um 35,3 Prozent, Headsets halten noch 15,4 Prozent

Bietigheim-Bissingen, 21.10.2026 (PresseBox) - Der Markt für Geräte, die Bilder vor die Augen bringen, verschiebt sich von Headsets zu Brillen. Laut dem Marktforschungsunternehmen International Data Corporation (IDC) vom 16. September 2026 stiegen die weltweiten Auslieferungen von Headsets und Smart Glasses für Extended Reality (XR) im zweiten Quartal 2026 um 35,3 Prozent. Audiobrillen ohne Display kamen laut IDC auf 70,3 Prozent der Stückzahlen, Brillen mit Display auf 14,3 Prozent, klassische Headsets nur noch auf 15,4 Prozent. Im Oktober 2026 beginnt damit ein Weihnachtsgeschäft, in dem Brillen und Headsets nebeneinander im Regal stehen. Welche Modelle Bild und Ton direkt in die Brille bringen, zeigt das Fachportal der Provimedia GmbH in einer Vorstellung aktueller Smart Glasses mit erweiterter Realität.

Das Wachstum hat sich nach Angaben von IDC gegenüber dem Vorquartal deutlich abgeschwächt: Im ersten Quartal 2026 lag das Plus noch bei 130,2 Prozent. Als Gründe nennt der Marktforscher eine höhere Vergleichsbasis und eine Pause zwischen zwei Produktzyklen.

Fünf Quartalswerte beschreiben den XR-Markt im zweiten Quartal 2026

Fünf Quartalswerte nennt IDC in seiner Auswertung vom 16. September 2026 für die Monate April bis Juni:

35,3 Prozent mehr ausgelieferte XR-Headsets und Brillen als im zweiten Quartal 2025

70,3 Prozent Anteil für Audiobrillen ohne Display, nach 61,9 Prozent ein Jahr zuvor

14,3 Prozent Anteil für Brillen mit Display, nach 11 Prozent im Vorjahresquartal

15,4 Prozent Anteil für Headsets, die damit die kleinste der drei Gerätegruppen sind

68,7 Prozent Marktanteil für Meta, gefolgt von RayNeo mit 3,6 Prozent und Alibaba mit 2,6 Prozent

Für das Gesamtjahr 2026 erwartet IDC in derselben Auswertung ein Wachstum der Stückzahlen um 26,3 Prozent, für 2027 um 40,5 Prozent und für 2028 um 26,4 Prozent. Audiobrillen sollen die Gerätekategorie weiter anführen, Displaybrillen und Headsets daneben zulegen.

Wie verbreitet VR-Brillen in Deutschland sind und wie selten sie benutzt werden

In Deutschland ist die Technik bekannter als ihr Gebrauch. Laut der Bitkom-Studie zur Zukunft der Consumer Technology 2026, vorgestellt am 31. August 2026, haben 35 Prozent der Bevölkerung ab 16 Jahren schon einmal eine Brille für Virtual Reality (VR) genutzt. Im Vorjahr waren es 28 Prozent, 2024 waren es 22 Prozent und 2023 waren es 20 Prozent. Weitere 43 Prozent möchten eine solche Brille künftig nutzen. Unter den 16- bis 29-Jährigen haben laut Bitkom 57 Prozent bereits Erfahrung damit, bei den Menschen ab 65 Jahren sind es 14 Prozent. Regelmäßig genutzt wird das Gerät selten: Nur zwölf Prozent der Nutzerinnen und Nutzer setzen es laut Bitkom mindestens wöchentlich auf, 63 Prozent einmal im Monat oder seltener. 92 Prozent haben damit Computer- oder Videospiele gespielt, 26 Prozent Lern- oder Schulungsangebote genutzt. Wer den ersten Versuch kabellos und ohne Rechner wagen will, findet beim Fachportal Tipps für Einsteiger zu kabellosen Standalone-VR-Brillen.

Warum die Kamera in der Brille zum Kaufkriterium wird

Bei Smart Glasses entscheidet nicht nur die Technik, sondern die Akzeptanz der Umstehenden. Nach einer Bitkom-Befragung unter 1.164 Personen ab 16 Jahren, veröffentlicht am 21. August 2026, möchten 76 Prozent der Deutschen nicht von anderen mit einer solchen Brille aufgenommen werden. 62 Prozent würden Menschen mit Smart Glasses nicht in ihr Zuhause lassen, und 82 Prozent verlangen laut Bitkom, dass Aufnahmen für Umstehende klar erkennbar angezeigt werden. Zugleich haben laut derselben Befragung 15 Prozent bereits eine smarte Brille getragen, weitere 28 Prozent würden es gerne tun. IDC beschreibt in seiner Auswertung vom 16. September 2026 dieselbe Spannung: Die Sorge über fehlende Hinweis- und Einwilligungsmechanismen beim Aufnehmen sei gewachsen, und der Marktführer habe Missbrauch erst nach öffentlicher Kritik eingeschränkt.

?Der Markt hat sich entschieden, bevor die Käufer es getan haben: Sieben von zehn ausgelieferten Geräten sind Brillen ohne Display, keine Headsets. Für den Kauf heißt das, zuerst die Frage nach der Aufnahmeanzeige zu stellen und erst danach die nach Auflösung und Sichtfeld. Eine Brille, die niemand im Raum akzeptiert, bleibt in der Schublade wie ein Headset, das nur einmal im Monat aufgesetzt wird?, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.

Worauf Käufer im vierten Quartal 2026 achten sollten

Die nächsten Monate bringen nach Einschätzung von IDC mehrere Produktstarts, darunter Brillen mit Googles Plattform Android XR von Samsung und XREAL sowie neue Display- und Audiobrillen weiterer Hersteller. Die Zahlen für das dritte Quartal 2026 veröffentlicht IDC erfahrungsgemäß im Dezember 2026, und Bitkom legt seine Trendstudie zur Consumer Technology erfahrungsgemäß im Spätsommer 2027 neu auf. Wer bis dahin kauft, sollte drei Dinge vergleichen: ob die Brille Aufnahmen sichtbar anzeigt, ob sie mit Sehstärke bestellbar ist und ob der Hersteller Updates über mehrere Jahre zusagt. Ein Headset bleibt die richtige Wahl für Spiele und Simulationen, eine Audiobrille für den Alltag ? und wer beides selten benutzt, spart mit dem Verzicht am meisten.

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