Der Deutsche Textilreinigungs-Verband beziffert den Kostenanstieg seit 2021 auf über 34 Prozent, Reinigungen spüren veränderte Kleidungsgewohnheiten. Wer Hemden selbst glättet, trifft auf einen Kleingerätemarkt mit 3,9 Milliarden Euro Umsatz.
Textilservice-Branche im Herbst 2026: Kostenindex bei 134,3 Punkten, ein Drittel der Betriebe meldet rückläufige Umsätze, mehr Wäsche bleibt daheim
Bietigheim-Bissingen, 24.10.2026 (PresseBox) - Wäsche außer Haus waschen und bügeln zu lassen, ist in Deutschland seit 2021 um mehr als ein Drittel teurer geworden. So lag der Kostenindex des Deutschen Textilreinigungs-Verbands (DTV) im Juni 2026 bei 134,3 Punkten, bezogen auf das Basisjahr 2021 mit 100 Punkten. Gegenüber dem März 2026 ging er um 1,5 Punkte zurück, weil die Energiekosten nachgaben. In der DTV-Geschäftsklimaumfrage vom Sommer 2026 stufen 32 Prozent der Betriebe ihre Umsatzentwicklung im ersten Halbjahr 2026 als leicht negativ oder schlecht ein. Im Oktober 2026 beginnt die Saison mit dicker Kleidung und mehr Wäsche. Das Fachportal der Provimedia GmbH aus Bietigheim-Bissingen erklärt, wie Hemden mit dem Dampfbügeleisen glatt werden, wenn die Reinigung um die Ecke schließt oder teurer wird.
Der DTV vertritt nach eigenen Angaben rund 700 überwiegend kleine und mittelständische Unternehmen, die etwa 85 Prozent des deutschen Marktumsatzes ausmachen. Den Gesamtumsatz der Branche schätzt der Verband auf rund 4,3 Milliarden Euro, die Zahl der Beschäftigten auf rund 70.000. Seit 2017 zählt das Statistische Bundesamt nach Darstellung des DTV weniger als 5.000 Wäschereien und Reinigungen in Deutschland.
Wofür Wäschereien und Reinigungen im Sommer 2026 mehr bezahlen
Teilindizes für Energie, Personal, Textilien, Waschchemie und Finanzierung bilden zusammen den Kostenindex des DTV. Vier Teilwerte aus dem zweiten Quartal 2026 zeigen den Druck:
Energiekosten: von 158,1 Punkten Ende März 2026 auf 142,2 Punkte im Juni 2026 gesunken, laut DTV wegen der Lage an der Straße von Hormus
Personalkosten: 132,0 Punkte seit Januar 2026, ein Höchstwert, weil die Tarifempfehlung der Tatex seit dem 1. Januar 2026 einen Stundenlohn von mindestens 14,30 Euro vorsieht
Textilkosten: von 125,8 auf 127,7 Punkte gestiegen, Berufskleidung aus deutscher Fertigung verteuerte sich um 1,72 Prozent, importierte Flachwäsche um 2,21 Prozent
gewerbliche Waschmittel: um fünf Punkte auf 140,1 Punkte gestiegen, das Allzeithoch von Ende 2023 lag bei 142,9 Punkten
Personalkosten machen laut DTV je nach Betriebsart 45 bis 60 Prozent der Gesamtkosten aus. Eine weitere Erhöhung der Grundgehälter aus dem Tarifvertrag der Intex ist für September 2026 angekündigt, sodass der Teilindex Personal im Herbst 2026 eher steigt als fällt.
Warum Reinigungen die Stimmung anders bewerten als Großwäschereien
An der Geschäftsklimaumfrage des DTV im Sommer 2026 haben 75 Unternehmen teilgenommen, vom Betrieb mit unter neun Beschäftigten bis zum Textilservice mit über 1.000 Mitarbeitenden. Laut DTV bewerten 28 Prozent die Umsatzentwicklung im ersten Halbjahr 2026 als sehr gut oder gut, 40 Prozent als ausgeglichen. Bei den Betrieben, die Hotels, Kliniken und Industrie mit Mietwäsche und Berufskleidung versorgen, liegt der Anteil positiver Bewertungen bei 35 Prozent. Bei den Reinigungen sind es 25 Prozent, bei den Mischbetrieben 20 Prozent nach 35 Prozent in der vorherigen Umfrage. Als Gründe für die Zurückhaltung bei den Reinigungen nennt der Verband veränderte Modegewohnheiten, die Inflation der vergangenen Jahre und gestiegene Mieten in den Innenstädten. Konsumenten geben mehr für Grundbedürfnisse aus, und die Pflege privater Bekleidung rückt nach hinten.
?Wenn die Reinigung im Viertel weniger Hemden bekommt, landen diese Hemden nicht in der Tonne, sondern auf dem Bügelbrett. Für Privathaushalte ist das eine Kostenfrage, für die Branche ein Strukturwandel, und beides sollte man ohne Nostalgie betrachten?, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Für das zweite Halbjahr 2026 erwarten laut Umfrage nur noch 26 Prozent der Betriebe steigende Umsätze, zwei Prozentpunkte weniger als in der Winterumfrage. 56 Prozent berichten von Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen; 86 Prozent waren im ersten Halbjahr von höheren Preisen für Wasch- und Lösemittel betroffen.
Wie groß der Markt für Bügeleisen und andere Kleingeräte in Deutschland ist
Die Geräte, mit denen Haushalte die Textilpflege selbst erledigen, gehören zum Markt der Elektro-Haushalt-Kleingeräte. Nach dem Zahlenspiegel des Verbands der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI) vom 6. März 2026 erzielten die Hersteller 2025 mit Kleingeräten einen Inlandsumsatz von 3,9 Milliarden Euro. Nach einem Plus von 4 Prozent im Jahr 2024 war das nur noch ein leichtes Wachstum. Der gesamte Markt für Elektro-Haushaltgeräte schrumpfte laut ZVEI 2025 um 4,0 Prozent auf 9,71 Milliarden Euro, die Ausfuhren von Kleingeräten gingen um 19,0 Prozent zurück. Besonders gefragt waren nach Verbandsangaben Heißluftfritteusen, Kaffeezubereitung, Bodenpflege und Personal-Care-Produkte; Bügeleisen und Dampfstationen weist der Zahlenspiegel nicht gesondert aus. Für 2026 erwartet der ZVEI bei Kleingeräten 4,05 Milliarden Euro, ein Plus von 1,3 Prozent.
Für Haushalte heißt das: Wer Hemden, Blusen und Tischwäsche selbst bügelt, kauft in einen Markt, der langsam wächst. Die Nachfrage sehen die Hersteller vor allem in der Küche und bei der Bodenpflege. Was in der Wäscherei als Mangel, Finisher und Hemdenautomat läuft, übernimmt im Haushalt eine Dampfbügelstation für viele Hemden in kurzer Zeit, deren Arbeitsweise das Fachportal beschreibt. Sie ersetzt keine Großwäscherei mit Mietwäsche und Hygieneanforderungen, wohl aber den Gang zur Reinigung für die Wochenration Hemden.
Womit Haushalte und Wäschereien bis zum Frühjahr 2027 rechnen können
Der DTV veröffentlicht den Kostenindex quartalsweise; der Wert für das dritte Quartal 2026 wird nach dem bisherigen Rhythmus im Herbst 2026 erwartet, die nächste Geschäftsklimaumfrage im Winter 2026/2027. Der ZVEI legt seinen Zahlenspiegel für das Jahr 2026 erfahrungsgemäß im Frühjahr 2027 vor. Bis dahin bleibt der Vergleich einfach: Der Preis je Hemd im Reinigungsbetrieb folgt dem Kostenindex, der Preis je Hemd am eigenen Bügelbrett folgt dem Stromtarif und der Lebensdauer des Geräts. Wer im Herbst 2026 vor der Wahl steht, sollte beides einmal für die eigene Wochenmenge durchrechnen.
Der DTV vertritt nach eigenen Angaben rund 700 überwiegend kleine und mittelständische Unternehmen, die etwa 85 Prozent des deutschen Marktumsatzes ausmachen. Den Gesamtumsatz der Branche schätzt der Verband auf rund 4,3 Milliarden Euro, die Zahl der Beschäftigten auf rund 70.000. Seit 2017 zählt das Statistische Bundesamt nach Darstellung des DTV weniger als 5.000 Wäschereien und Reinigungen in Deutschland.
Wofür Wäschereien und Reinigungen im Sommer 2026 mehr bezahlen
Teilindizes für Energie, Personal, Textilien, Waschchemie und Finanzierung bilden zusammen den Kostenindex des DTV. Vier Teilwerte aus dem zweiten Quartal 2026 zeigen den Druck:
Energiekosten: von 158,1 Punkten Ende März 2026 auf 142,2 Punkte im Juni 2026 gesunken, laut DTV wegen der Lage an der Straße von Hormus
Personalkosten: 132,0 Punkte seit Januar 2026, ein Höchstwert, weil die Tarifempfehlung der Tatex seit dem 1. Januar 2026 einen Stundenlohn von mindestens 14,30 Euro vorsieht
Textilkosten: von 125,8 auf 127,7 Punkte gestiegen, Berufskleidung aus deutscher Fertigung verteuerte sich um 1,72 Prozent, importierte Flachwäsche um 2,21 Prozent
gewerbliche Waschmittel: um fünf Punkte auf 140,1 Punkte gestiegen, das Allzeithoch von Ende 2023 lag bei 142,9 Punkten
Personalkosten machen laut DTV je nach Betriebsart 45 bis 60 Prozent der Gesamtkosten aus. Eine weitere Erhöhung der Grundgehälter aus dem Tarifvertrag der Intex ist für September 2026 angekündigt, sodass der Teilindex Personal im Herbst 2026 eher steigt als fällt.
Warum Reinigungen die Stimmung anders bewerten als Großwäschereien
An der Geschäftsklimaumfrage des DTV im Sommer 2026 haben 75 Unternehmen teilgenommen, vom Betrieb mit unter neun Beschäftigten bis zum Textilservice mit über 1.000 Mitarbeitenden. Laut DTV bewerten 28 Prozent die Umsatzentwicklung im ersten Halbjahr 2026 als sehr gut oder gut, 40 Prozent als ausgeglichen. Bei den Betrieben, die Hotels, Kliniken und Industrie mit Mietwäsche und Berufskleidung versorgen, liegt der Anteil positiver Bewertungen bei 35 Prozent. Bei den Reinigungen sind es 25 Prozent, bei den Mischbetrieben 20 Prozent nach 35 Prozent in der vorherigen Umfrage. Als Gründe für die Zurückhaltung bei den Reinigungen nennt der Verband veränderte Modegewohnheiten, die Inflation der vergangenen Jahre und gestiegene Mieten in den Innenstädten. Konsumenten geben mehr für Grundbedürfnisse aus, und die Pflege privater Bekleidung rückt nach hinten.
?Wenn die Reinigung im Viertel weniger Hemden bekommt, landen diese Hemden nicht in der Tonne, sondern auf dem Bügelbrett. Für Privathaushalte ist das eine Kostenfrage, für die Branche ein Strukturwandel, und beides sollte man ohne Nostalgie betrachten?, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Für das zweite Halbjahr 2026 erwarten laut Umfrage nur noch 26 Prozent der Betriebe steigende Umsätze, zwei Prozentpunkte weniger als in der Winterumfrage. 56 Prozent berichten von Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen; 86 Prozent waren im ersten Halbjahr von höheren Preisen für Wasch- und Lösemittel betroffen.
Wie groß der Markt für Bügeleisen und andere Kleingeräte in Deutschland ist
Die Geräte, mit denen Haushalte die Textilpflege selbst erledigen, gehören zum Markt der Elektro-Haushalt-Kleingeräte. Nach dem Zahlenspiegel des Verbands der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI) vom 6. März 2026 erzielten die Hersteller 2025 mit Kleingeräten einen Inlandsumsatz von 3,9 Milliarden Euro. Nach einem Plus von 4 Prozent im Jahr 2024 war das nur noch ein leichtes Wachstum. Der gesamte Markt für Elektro-Haushaltgeräte schrumpfte laut ZVEI 2025 um 4,0 Prozent auf 9,71 Milliarden Euro, die Ausfuhren von Kleingeräten gingen um 19,0 Prozent zurück. Besonders gefragt waren nach Verbandsangaben Heißluftfritteusen, Kaffeezubereitung, Bodenpflege und Personal-Care-Produkte; Bügeleisen und Dampfstationen weist der Zahlenspiegel nicht gesondert aus. Für 2026 erwartet der ZVEI bei Kleingeräten 4,05 Milliarden Euro, ein Plus von 1,3 Prozent.
Für Haushalte heißt das: Wer Hemden, Blusen und Tischwäsche selbst bügelt, kauft in einen Markt, der langsam wächst. Die Nachfrage sehen die Hersteller vor allem in der Küche und bei der Bodenpflege. Was in der Wäscherei als Mangel, Finisher und Hemdenautomat läuft, übernimmt im Haushalt eine Dampfbügelstation für viele Hemden in kurzer Zeit, deren Arbeitsweise das Fachportal beschreibt. Sie ersetzt keine Großwäscherei mit Mietwäsche und Hygieneanforderungen, wohl aber den Gang zur Reinigung für die Wochenration Hemden.
Womit Haushalte und Wäschereien bis zum Frühjahr 2027 rechnen können
Der DTV veröffentlicht den Kostenindex quartalsweise; der Wert für das dritte Quartal 2026 wird nach dem bisherigen Rhythmus im Herbst 2026 erwartet, die nächste Geschäftsklimaumfrage im Winter 2026/2027. Der ZVEI legt seinen Zahlenspiegel für das Jahr 2026 erfahrungsgemäß im Frühjahr 2027 vor. Bis dahin bleibt der Vergleich einfach: Der Preis je Hemd im Reinigungsbetrieb folgt dem Kostenindex, der Preis je Hemd am eigenen Bügelbrett folgt dem Stromtarif und der Lebensdauer des Geräts. Wer im Herbst 2026 vor der Wahl steht, sollte beides einmal für die eigene Wochenmenge durchrechnen.
Über "Provimedia GmbH":
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