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Die Forsa-Befragung für die DAK-Gesundheit zählt Müdigkeit, Einschlafprobleme und Konzentrationsstörungen als häufigste Folgen. Die Abschaffung liegt seit 2019 im Rat der EU, eine Studie der Kommission soll bis Ende 2026 fertig sein.

Zeitumstellung am 25. Oktober 2026: 30 Prozent der Deutschen hatten schon Beschwerden nach dem Dreh an der Uhr ? die Termine stehen bis 2031 fest

Bietigheim-Bissingen, 26.10.2026 (PresseBox) - In der Nacht zum Sonntag, 25. Oktober 2026, sind die Uhren in Deutschland um 3 Uhr auf 2 Uhr zurückgestellt worden. Laut der Forsa-Befragung für die Krankenkasse DAK-Gesundheit vom 26. März 2026 hatten fast 40 Prozent der Frauen und 22 Prozent der Männer schon einmal Beschwerden nach der Zeitumstellung. 71 Prozent der Befragten halten den Wechsel für überflüssig. Am Montag danach, im Oktober 2026, beginnt für viele die erste Arbeitswoche in der Normalzeit mit früherer Dunkelheit am Abend. Wie der Körper seinen Rhythmus an Licht und Uhrzeit ausrichtet, erklärt das Fachportal der Provimedia GmbH in seinem Beitrag zur inneren Uhr und ihrem Einfluss auf den Schlaf.

Die DAK-Gesundheit befragt seit Jahren zur Zeitumstellung. Für die Erhebung 2026 hat Forsa nach Angaben der Krankenkasse 1.005 Personen ab 14 Jahren vom 23. bis 25. Februar 2026 befragt. Über alle Altersgruppen hinweg belastet der Wechsel laut DAK-Gesundheit mit insgesamt 30 Prozent ähnlich viele Menschen wie im Vorjahr. Bei den 30- bis 44-Jährigen stieg der Anteil auf 36 Prozent, nach Angaben der DAK-Gesundheit zehn Prozent mehr als im Vorjahr.

Welche Beschwerden die Befragten nach dem Dreh an der Uhr nennen

Vier Symptome nennen die Betroffenen laut DAK-Gesundheit am häufigsten:

78 Prozent fühlen sich müde und schlapp

66 Prozent berichten von Einschlafproblemen und Schlafstörungen

44 Prozent nennen Konzentrationsprobleme

34 Prozent der betroffenen Frauen fühlen sich häufiger gereizt, bei den Männern sind es 27 Prozent

Drei Viertel der Befragten sind laut DAK-Gesundheit dafür, die Zeitumstellung abzuschaffen. Die über 60-Jährigen leiden mit am wenigsten unter dem Wechsel, befürworten die Abschaffung aber zu 80 Prozent. Bei den 14- bis 29-Jährigen sprechen sich 44 Prozent für die Beibehaltung aus, bei den Menschen ab 45 nur 18 Prozent.

Was das Recht zur Umstellung sagt und woher die Stunde 2A kommt

Die Richtlinie 2000/84/EG des Europäischen Parlaments und des Rates regelt die Sommerzeit seit dem Jahr 2002 für alle Mitgliedstaaten. Nach Artikel 2 beginnt die Sommerzeit am letzten Sonntag im März um 1 Uhr morgens Weltzeit, nach Artikel 3 endet sie am letzten Sonntag im Oktober um 1 Uhr morgens Weltzeit. In Deutschland ist die gesetzliche Zeit nach § 4 EinhZeitG, dem Einheiten- und Zeitgesetz, die mitteleuropäische Zeit, umgangssprachlich Normal- oder Winterzeit, also die koordinierte Weltzeit plus eine Stunde. Für den Zeitraum ihrer Einführung ist die mitteleuropäische Sommerzeit mit zwei Stunden Vorsprung die gesetzliche Zeit. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie darf die Sommerzeit nach § 5 EinhZeitG durch Rechtsverordnung einführen.

Die Sommerzeitverordnung legt in § 2 SoZV fest, dass die Sommerzeit am letzten Sonntag im Oktober um 3 Uhr endet und die Stundenzählung auf 2 Uhr zurückgestellt wird. Die Stunde von 2 bis 3 Uhr erscheint dabei zweimal: Die erste heißt 2A, die zweite 2B. Für den Schlaf ist weniger die doppelte Stunde der Einschnitt als das Licht: Der Abend ist seit dem 25. Oktober 2026 eine Stunde früher dunkel, der Morgen heller. Zu welcher Uhrzeit das Zubettgehen zum eigenen Rhythmus passt, ordnet der Beitrag zur besten Uhrzeit für das Zubettgehen des Fachportals ein.

Warum die Abschaffung seit 2019 im Rat der Europäischen Union liegt

Die Europäische Kommission hat im September 2018 vorgeschlagen, die halbjährliche Umstellung zu beenden; die Mitgliedstaaten sollten selbst zwischen dauerhafter Sommer- und Normalzeit wählen. Das Europäische Parlament hat am 26. März 2019 seine Position für die Verhandlungen mit dem Rat festgelegt. Es hat den Vorschlag mit Änderungen unterstützt, darunter eine Verschiebung des Endes der Umstellung von 2019 auf 2021. Seitdem liegt die Entscheidung nach Darstellung der Kommission bei den Mitgliedstaaten, die im Rat keinen gemeinsamen Standpunkt gefunden haben. Auf deren Wunsch hat die Kommission eine Studie zur Unterstützung der Entscheidungsfindung in Auftrag gegeben, die nach ihren Angaben voraussichtlich bis Ende 2026 abgeschlossen sein wird.

Solange die Richtlinie gilt, laufen die Termine weiter. Nach Artikel 4 der Richtlinie veröffentlicht die Kommission alle fünf Jahre die Daten für die folgenden fünf Jahre im Amtsblatt. Die Mitteilung C/2026/1660 vom März 2026 nennt Beginn und Ende der Sommerzeit für die Jahre 2027 bis 2031. Für 2027 nennt sie den 28. März und den 31. Oktober, für 2028 den 26. März und den 29. Oktober, für 2029 den 25. März und den 28. Oktober. Es folgen 2030 der 31. März und der 27. Oktober sowie 2031 der 30. März und der 26. Oktober. Ein Ende der Umstellung setzt eine Änderung oder Aufhebung der Richtlinie voraus; die Mitteilung gibt nur die Termine bekannt, die sich aus Artikel 2 und 3 ergeben.

Wie die Physikalisch-Technische Bundesanstalt die Stunde verschickt

Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig hat nach § 6 EinhZeitG die gesetzliche Zeit darzustellen und zu verbreiten. Der bekannteste Weg ist laut PTB die Aussendung von Zeitzeichen über den Langwellensender DCF77 in Mainflingen, über den Funkuhren ihre Zeit beziehen. Der Sender läuft nach PTB-Angaben im 24-Stunden-Dauerbetrieb mit einer zugesagten Verfügbarkeit von jährlich 99,7 Prozent, Ausfälle durch höhere Gewalt nicht mitgerechnet; der Vertrag mit dem Betreiber Media Broadcast läuft bis Ende 2031. In der Umstellungsnacht stellen sich Funkuhren über dieses Signal selbst um; mechanische Uhren und viele Armbanduhren werden von Hand zurückgestellt.

?Die Stunde, die wir am 25. Oktober geschenkt bekommen haben, ist für die innere Uhr keine Gutschrift, sondern ein Sprung. Wer die Woche danach zur gewohnten Zeit ins Bett geht und morgens das erste Tageslicht mitnimmt, kommt meist in wenigen Tagen an. Wer die Stunde stattdessen abends dranhängt, verschiebt das Problem bis in den November?, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.

Wer den Rhythmus jetzt festhält, hat es am 28. März 2027 leichter

Die nächste Umstellung folgt nach der Mitteilung der Kommission am Sonntag, 28. März 2027, dann wieder um eine Stunde nach vorn. Bis dahin liegen zwei Termine: die Studie der Kommission bis Ende 2026 und die nächste Forsa-Befragung für die DAK-Gesundheit, die erfahrungsgemäß im März 2027 erscheint. Für die Wochen nach dem 25. Oktober 2026 bleibt der praktische Rat der Schlafmedizin einfach: feste Zubettgehzeit, morgens Licht, abends wenig Bildschirm, und die geschenkte Stunde nicht als Ausrede für einen späteren Abend nutzen.

Die vorstehenden Angaben zur Richtlinie 2000/84/EG, zum Einheiten- und Zeitgesetz, zur Sommerzeitverordnung und zur Mitteilung C/2026/1660 sind eine allgemeine Information nach dem am 21. September 2026 abgerufenen Wortlaut und keine Rechtsberatung.

Über "Provimedia GmbH":
Die Provimedia GmbH ist ein Online-Verlag mit Sitz in der Region Stuttgart. Wir schaffen wertvolle Informationen in unterschiedlichen Branchen um Wissen schnell und einfach zugänglich zu machen. Wir haben uns auf übersichtliche Webseiten und Auffindbarkeit von Informationen spezialisiert.

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