Die europäische Gesundheitsbehörde ECDC zählte für 2024 in Deutschland 2.234 gemeldete Erkrankungen an der Legionärskrankheit, nach 2.155 im Jahr 2023. Whirlpools stehen in ihrem Bericht ausdrücklich unter den Wassersystemen mit bekanntem Risiko.
Legionellen im Whirlpool: Hat das Badewasser 25 bis 45 Grad Celsius, liegt es im idealen Wachstumsbereich, den das Robert Koch-Institut beschreibt
Bietigheim-Bissingen, 30.10.2026 (PresseBox) - Wird ein Whirlpool zwischen 25 und 42 Grad Celsius betrieben, liegt sein Wasser in einem für Legionellen günstigen Temperaturbereich. So beschreibt es das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) in seinem Jahresbericht für das Meldejahr 2024, den es im Mai 2026 in Stockholm vorlegte. Neben dieser Temperaturspanne nennt der Bericht stehendes Wasser mit Sedimentablagerungen und niedrige Biozidwerte als günstige Bedingungen für das Wachstum der Erreger. Wie sich das im Becken bemerkbar macht, beschreibt das Fachportal der Provimedia GmbH aus Bietigheim-Bissingen in seiner Fehlersuche bei trübem Wasser im aufblasbaren Becken.
Kühltürme, Verdunstungskondensatoren, Luftbefeuchter, Zierbrunnen, Whirlpools und Duschen führt der Bericht als Beispiele für Wassersysteme mit bekanntem Legionellenrisiko auf. Infiziert wird man nach Angaben des Robert Koch-Instituts in der Regel durch das Einatmen fein zerstäubten, legionellenhaltigen Wassers, seltener durch kontaminiertes Wasser, das versehentlich in die Luftröhre gelangt.
Ab 25 Grad Celsius beginnt der Bereich, den das Robert Koch-Institut als ideal beschreibt
Das Robert Koch-Institut beschreibt die Temperaturschwellen in seinem Ratgeber Legionellose genauer, dessen vollständig aktualisierte Fassung vom September 2019 stammt.
Günstig für die Vermehrung oder eben hinderlich sind nach dieser Darstellung vier Bereiche:
zwischen 25 und 45 Grad Celsius finden Legionellen ideale Wachstumsbedingungen
oberhalb von 55 Grad Celsius wird das Wachstum wirksam gehemmt
oberhalb von 60 Grad Celsius kommt es zum Absterben der Keime
unterhalb von 20 Grad Celsius vermehren sich die Bakterien nicht mehr nennenswert, vorkommen können sie in kaltem Wasser dennoch
Wird ein privater Whirlpool zwischen 25 und 45 Grad Celsius betrieben, liegt sein Wasser nach dieser Darstellung im Bereich idealer Wachstumsbedingungen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts sind derzeit über 60 Arten mit mindestens 79 Serogruppen bekannt; die meisten ambulant erworbenen Erkrankungen in Europa gehen auf Legionella pneumophila der Serogruppe 1 zurück.
Im Meldejahr 2024 stieg die europäische Melderate auf 3,4 Fälle je 100.000 Einwohner
Laut dem ECDC-Jahresbericht für 2024 stieg die Melderate in der EU und im Europäischen Wirtschaftsraum auf 3,4 Fälle je 100.000 Einwohner; 29 Länder meldeten insgesamt 15.362 Fälle der Legionärskrankheit, davon 14.126 bestätigte. Für 2023 hatte das ECDC eine Rate von 3,2 Fällen je 100.000 Einwohner gemeldet, damals der höchste Wert seit Beginn der Koordinierung beim ECDC. Den Anstieg beschreibt der Bericht als Trend, der seit 2020 anhält. Für Deutschland weist die Ländertabelle 2.234 Fälle im Jahr 2024 und eine Rate von 2,7 aus, nach 2.155 Fällen und 2,6 im Jahr 2023.
Laut ECDC meldeten acht Länder für 2024 zusammen 32 ambulant oder im Krankenhaus erworbene Ausbrüche mit 365 bestätigten Fällen; die Überwachung reiseassoziierter Erkrankungen fasst dieser Bericht nicht zusammen. Eine Infektionsquelle wurde nach Angaben des ECDC nur bei 16 Prozent der Ausbrüche gefunden, nach seiner Zählung bei fünf von 31. Wie sich Umwälzung und Filterung im eigenen Becken organisieren lassen, erklärt das Fachportal in seinem Leitfaden zur Funktionsweise der Whirlpool-Pumpe.
Ausschließlich privat genutzte Becken fallen nicht unter die Wasseranforderungen des § 37 Absatz 2 Infektionsschutzgesetz
Das Infektionsschutzgesetz vom 20. Juli 2000 zieht hier eine Linie, und zwar entlang der Nutzung. Nach § 37 Absatz 2 gilt die Anforderung für Wasser, das in Gewerbebetrieben, öffentlichen Bädern sowie sonstigen nicht ausschließlich privat genutzten Einrichtungen in Schwimm- oder Badebecken oder -teichen zum Schwimmen oder Baden bereitgestellt wird. Es muss so beschaffen sein, dass durch seinen Gebrauch eine Schädigung der menschlichen Gesundheit nicht zu besorgen ist. Bei solchen Schwimm- oder Badebecken muss die Aufbereitung des Wassers zudem eine Desinfektion einschließen. Schwimm- oder Badebecken einschließlich ihrer Wasseraufbereitungsanlagen unterliegen nach § 37 Absatz 3 hinsichtlich dieser Anforderungen der Überwachung durch das Gesundheitsamt.
Ein Whirlpool, der ausschließlich privat genutzt wird, ist davon nicht erfasst; wird er gewerblich genutzt, etwa mit einer Ferienwohnung vermietet, kann § 37 Absatz 2 greifen. Was bleibt, ist die Meldekette im Krankheitsfall: Ergibt sich oder ist anzunehmen, dass jemand erkrankt ist, stellt das Gesundheitsamt nach § 25 Absatz 1 des Infektionsschutzgesetzes die erforderlichen Ermittlungen an, auch über die Ansteckungsquelle. Seit dem 1. Januar 2001 ist der Nachweis von Legionellen nach dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtig, heute nach § 7 Absatz 1 Satz 1 Nummer 27. Zur Meldung verpflichtet sind nach § 8 Absatz 1 Nummer 2 vor allem die Leiter der untersuchenden Stellen, etwa Labore, und zwar namentlich und nur, soweit der Nachweis auf eine akute Infektion hinweist.
Beim Wasserwechsel entscheidet sich, wie lange das Becken sauber bleibt
?Ein Whirlpool ist kein Pool im Kleinen, sondern ein Aerosolerzeuger mit Badewassertemperatur. Wer Filter, Desinfektion und Wasserwechsel als feste Termine führt statt nach Gefühl, hat den entscheidenden Teil schon erledigt?, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Für Betreiber privater Becken beginnt im Spätherbst 2026 die Zeit, in der Abdeckung und Dauerbetrieb zusammenkommen und das Wasser seltener gewechselt wird. Die Zahlen für 2024 hat das ECDC im Mai 2026 vorgelegt; die deutschen Meldedaten führt das Robert Koch-Institut fortlaufend in seinem Infektionsepidemiologischen Jahrbuch und in der Datenbank SurvStat. Die vorstehenden Angaben geben eine allgemeine Information nach dem am 23. September 2026 abgerufenen Normwortlaut wieder und sind keine Rechtsberatung. Grundlage sind § 7 Absatz 1, § 8 Absatz 1, § 25 Absatz 1 sowie § 37 Absatz 2 und 3 des Infektionsschutzgesetzes.
Kühltürme, Verdunstungskondensatoren, Luftbefeuchter, Zierbrunnen, Whirlpools und Duschen führt der Bericht als Beispiele für Wassersysteme mit bekanntem Legionellenrisiko auf. Infiziert wird man nach Angaben des Robert Koch-Instituts in der Regel durch das Einatmen fein zerstäubten, legionellenhaltigen Wassers, seltener durch kontaminiertes Wasser, das versehentlich in die Luftröhre gelangt.
Ab 25 Grad Celsius beginnt der Bereich, den das Robert Koch-Institut als ideal beschreibt
Das Robert Koch-Institut beschreibt die Temperaturschwellen in seinem Ratgeber Legionellose genauer, dessen vollständig aktualisierte Fassung vom September 2019 stammt.
Günstig für die Vermehrung oder eben hinderlich sind nach dieser Darstellung vier Bereiche:
zwischen 25 und 45 Grad Celsius finden Legionellen ideale Wachstumsbedingungen
oberhalb von 55 Grad Celsius wird das Wachstum wirksam gehemmt
oberhalb von 60 Grad Celsius kommt es zum Absterben der Keime
unterhalb von 20 Grad Celsius vermehren sich die Bakterien nicht mehr nennenswert, vorkommen können sie in kaltem Wasser dennoch
Wird ein privater Whirlpool zwischen 25 und 45 Grad Celsius betrieben, liegt sein Wasser nach dieser Darstellung im Bereich idealer Wachstumsbedingungen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts sind derzeit über 60 Arten mit mindestens 79 Serogruppen bekannt; die meisten ambulant erworbenen Erkrankungen in Europa gehen auf Legionella pneumophila der Serogruppe 1 zurück.
Im Meldejahr 2024 stieg die europäische Melderate auf 3,4 Fälle je 100.000 Einwohner
Laut dem ECDC-Jahresbericht für 2024 stieg die Melderate in der EU und im Europäischen Wirtschaftsraum auf 3,4 Fälle je 100.000 Einwohner; 29 Länder meldeten insgesamt 15.362 Fälle der Legionärskrankheit, davon 14.126 bestätigte. Für 2023 hatte das ECDC eine Rate von 3,2 Fällen je 100.000 Einwohner gemeldet, damals der höchste Wert seit Beginn der Koordinierung beim ECDC. Den Anstieg beschreibt der Bericht als Trend, der seit 2020 anhält. Für Deutschland weist die Ländertabelle 2.234 Fälle im Jahr 2024 und eine Rate von 2,7 aus, nach 2.155 Fällen und 2,6 im Jahr 2023.
Laut ECDC meldeten acht Länder für 2024 zusammen 32 ambulant oder im Krankenhaus erworbene Ausbrüche mit 365 bestätigten Fällen; die Überwachung reiseassoziierter Erkrankungen fasst dieser Bericht nicht zusammen. Eine Infektionsquelle wurde nach Angaben des ECDC nur bei 16 Prozent der Ausbrüche gefunden, nach seiner Zählung bei fünf von 31. Wie sich Umwälzung und Filterung im eigenen Becken organisieren lassen, erklärt das Fachportal in seinem Leitfaden zur Funktionsweise der Whirlpool-Pumpe.
Ausschließlich privat genutzte Becken fallen nicht unter die Wasseranforderungen des § 37 Absatz 2 Infektionsschutzgesetz
Das Infektionsschutzgesetz vom 20. Juli 2000 zieht hier eine Linie, und zwar entlang der Nutzung. Nach § 37 Absatz 2 gilt die Anforderung für Wasser, das in Gewerbebetrieben, öffentlichen Bädern sowie sonstigen nicht ausschließlich privat genutzten Einrichtungen in Schwimm- oder Badebecken oder -teichen zum Schwimmen oder Baden bereitgestellt wird. Es muss so beschaffen sein, dass durch seinen Gebrauch eine Schädigung der menschlichen Gesundheit nicht zu besorgen ist. Bei solchen Schwimm- oder Badebecken muss die Aufbereitung des Wassers zudem eine Desinfektion einschließen. Schwimm- oder Badebecken einschließlich ihrer Wasseraufbereitungsanlagen unterliegen nach § 37 Absatz 3 hinsichtlich dieser Anforderungen der Überwachung durch das Gesundheitsamt.
Ein Whirlpool, der ausschließlich privat genutzt wird, ist davon nicht erfasst; wird er gewerblich genutzt, etwa mit einer Ferienwohnung vermietet, kann § 37 Absatz 2 greifen. Was bleibt, ist die Meldekette im Krankheitsfall: Ergibt sich oder ist anzunehmen, dass jemand erkrankt ist, stellt das Gesundheitsamt nach § 25 Absatz 1 des Infektionsschutzgesetzes die erforderlichen Ermittlungen an, auch über die Ansteckungsquelle. Seit dem 1. Januar 2001 ist der Nachweis von Legionellen nach dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtig, heute nach § 7 Absatz 1 Satz 1 Nummer 27. Zur Meldung verpflichtet sind nach § 8 Absatz 1 Nummer 2 vor allem die Leiter der untersuchenden Stellen, etwa Labore, und zwar namentlich und nur, soweit der Nachweis auf eine akute Infektion hinweist.
Beim Wasserwechsel entscheidet sich, wie lange das Becken sauber bleibt
?Ein Whirlpool ist kein Pool im Kleinen, sondern ein Aerosolerzeuger mit Badewassertemperatur. Wer Filter, Desinfektion und Wasserwechsel als feste Termine führt statt nach Gefühl, hat den entscheidenden Teil schon erledigt?, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Für Betreiber privater Becken beginnt im Spätherbst 2026 die Zeit, in der Abdeckung und Dauerbetrieb zusammenkommen und das Wasser seltener gewechselt wird. Die Zahlen für 2024 hat das ECDC im Mai 2026 vorgelegt; die deutschen Meldedaten führt das Robert Koch-Institut fortlaufend in seinem Infektionsepidemiologischen Jahrbuch und in der Datenbank SurvStat. Die vorstehenden Angaben geben eine allgemeine Information nach dem am 23. September 2026 abgerufenen Normwortlaut wieder und sind keine Rechtsberatung. Grundlage sind § 7 Absatz 1, § 8 Absatz 1, § 25 Absatz 1 sowie § 37 Absatz 2 und 3 des Infektionsschutzgesetzes.
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