Neue Forschungsergebnisse des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung machen deutlich: Weiterbildung ist ein Schlüssel zur Aktivierung brachliegender Potenziale.
Studie zeigt, wo Deutschlands ungenutztes Arbeitsstunden-Potenzial wirklich liegt
Buxtehude, 14.10.2026 (PresseBox) - Die Teilzeitquote liegt bei rund 40 %, der Krankenstand erreicht knapp 15 Arbeitstage pro Beschäftigten und Jahr. Beide Zahlen befeuern eine öffentliche Debatte um mangelnde Arbeitsmoral und sinkende Leistungsbereitschaft. Eine neue Studie von Susanne Wanger und Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) kommt zu einem anderen Befund.
Teilzeit ist kein Ausdruck von Faulheit
Die Studie zeigt, obwohl die Teilzeitquote seit 2005 um rund sechs Prozentpunkte gestiegen ist, hat dieser Anstieg die durchschnittliche Jahresarbeitszeit pro Beschäftigten nicht reduziert. Denn Teilzeitbeschäftigte arbeiten heute mit durchschnittlich 18,7 Wochenstunden deutlich mehr als noch 2005 (damals: 15,3 Stunden). Beide Effekte heben sich rechnerisch auf.
Teilzeit ist für viele Beschäftigte ? besonders für Frauen, Ältere und Menschen in Weiterbildungsphasen ? die Voraussetzung dafür, überhaupt erwerbstätig zu sein. Der deutliche Anstieg der Frauenerwerbsbeteiligung in den vergangenen Jahrzehnten wäre ohne flexible Teilzeitmodelle nicht möglich gewesen. Gleichzeitig zeigen Befragungsdaten, dass rund ein Drittel der Teilzeitbeschäftigten eine Vollzeittätigkeit anstreben. Das rechnerische Potenzial an zusätzlichen Arbeitsstunden entspricht laut IAB einem Vollzeitäquivalent von 1,2 Millionen Stellen.
Krankenstand hat strukturelle Ursachen
Auch beim Krankenstand liefert die Studie eine differenzierte Analyse. Der sprunghafte Anstieg ab 2022 erklärt sich zu einem erheblichen Teil durch die Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung: Kurzfristige Krankschreibungen, die früher schlicht nicht übermittelt wurden, werden seitdem vollständig erfasst. Hinzu kommen ein verstärktes Infektionsgeschehen nach dem Ende pandemiebedingter Schutzmaßnahmen sowie ein langfristiger Anstieg psychischer Erkrankungen, der seit Mitte der 2000er Jahre zu beobachten ist.
Restriktivere Regelungen wie Karenztage würden zwar kurzfristig die gemessene Zahl der Krankentage senken, aber vor allem, weil mehr Beschäftigte krank zur Arbeit gehen. Präsentismus erhöht das Unfallrisiko, verlängert Erkrankungen und schadet der Produktivität langfristig. Die Studie empfiehlt stattdessen: präventive Maßnahmen, gesundheitsgerechte Arbeitsbedingungen und ? wo möglich ? Teilzeit-Krankschreibungen nach skandinavischem Vorbild.
Was das für Weiterbildung bedeutet
Die Studie benennt klar, wo echte Potenziale liegen. Einerseits bei der Erwerbsbeteiligung von Frauen und Älteren, die mit flexiblen Arbeitszeitmodellen länger im Beruf bleiben und andererseits bei Beschäftigten, die ihre Arbeitszeit ausweiten möchten, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Dazu zählen bessere Kinderbetreuung, überarbeitete steuerliche Anreize und passgenaue Weiterbildungsangebote.
Das Institut für Berufliche Bildung (IBB) setzt genau hier an. Als einer der größten privaten Weiterbildungsanbieter Deutschlands begleitet das IBB Menschen in Teilzeit, Berufsrückkehrerinnen, Ältere und Personen in beruflichen Übergangsphasen mit Weiterbildungen, Umschulungen und Coachings. Viele Angebote sind über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder das Qualifizierungsgeld förderbar und damit für die Zielgruppen zugänglich, die die IAB-Studie als Potenzialträger:innen identifiziert.
Weiterbildung als Rahmenbedingung
Die IAB-Studie zeigt, dass zusätzliche Arbeitsstunden mobilisierbar sind, allerdings durch bessere Anreize und geeignete Rahmenbedingungen, nicht durch pauschalen Druck. Weiterbildung ist eine dieser Rahmenbedingungen. Wer Menschen dabei unterstützt, ihre Qualifikation auszubauen oder in neue Berufsfelder zu wechseln, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sie dauerhaft und in dem Umfang erwerbstätig bleiben, der zu ihrer Lebenssituation passt.
Weitere Informationen zum Weiterbildungsangebot des IBB sind unter www.ibb.com verfügbar.
Quellenangabe zur zitierten Studie
Wanger, S. & Weber, E. (2026). Teilzeit und Krankenstand ? Potenzial für mehr Arbeitsstunden? Wirtschaftsdienst, 106(4), 237?243. DOI: 10.2478/wd-2026-0062
Teilzeit ist kein Ausdruck von Faulheit
Die Studie zeigt, obwohl die Teilzeitquote seit 2005 um rund sechs Prozentpunkte gestiegen ist, hat dieser Anstieg die durchschnittliche Jahresarbeitszeit pro Beschäftigten nicht reduziert. Denn Teilzeitbeschäftigte arbeiten heute mit durchschnittlich 18,7 Wochenstunden deutlich mehr als noch 2005 (damals: 15,3 Stunden). Beide Effekte heben sich rechnerisch auf.
Teilzeit ist für viele Beschäftigte ? besonders für Frauen, Ältere und Menschen in Weiterbildungsphasen ? die Voraussetzung dafür, überhaupt erwerbstätig zu sein. Der deutliche Anstieg der Frauenerwerbsbeteiligung in den vergangenen Jahrzehnten wäre ohne flexible Teilzeitmodelle nicht möglich gewesen. Gleichzeitig zeigen Befragungsdaten, dass rund ein Drittel der Teilzeitbeschäftigten eine Vollzeittätigkeit anstreben. Das rechnerische Potenzial an zusätzlichen Arbeitsstunden entspricht laut IAB einem Vollzeitäquivalent von 1,2 Millionen Stellen.
Krankenstand hat strukturelle Ursachen
Auch beim Krankenstand liefert die Studie eine differenzierte Analyse. Der sprunghafte Anstieg ab 2022 erklärt sich zu einem erheblichen Teil durch die Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung: Kurzfristige Krankschreibungen, die früher schlicht nicht übermittelt wurden, werden seitdem vollständig erfasst. Hinzu kommen ein verstärktes Infektionsgeschehen nach dem Ende pandemiebedingter Schutzmaßnahmen sowie ein langfristiger Anstieg psychischer Erkrankungen, der seit Mitte der 2000er Jahre zu beobachten ist.
Restriktivere Regelungen wie Karenztage würden zwar kurzfristig die gemessene Zahl der Krankentage senken, aber vor allem, weil mehr Beschäftigte krank zur Arbeit gehen. Präsentismus erhöht das Unfallrisiko, verlängert Erkrankungen und schadet der Produktivität langfristig. Die Studie empfiehlt stattdessen: präventive Maßnahmen, gesundheitsgerechte Arbeitsbedingungen und ? wo möglich ? Teilzeit-Krankschreibungen nach skandinavischem Vorbild.
Was das für Weiterbildung bedeutet
Die Studie benennt klar, wo echte Potenziale liegen. Einerseits bei der Erwerbsbeteiligung von Frauen und Älteren, die mit flexiblen Arbeitszeitmodellen länger im Beruf bleiben und andererseits bei Beschäftigten, die ihre Arbeitszeit ausweiten möchten, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Dazu zählen bessere Kinderbetreuung, überarbeitete steuerliche Anreize und passgenaue Weiterbildungsangebote.
Das Institut für Berufliche Bildung (IBB) setzt genau hier an. Als einer der größten privaten Weiterbildungsanbieter Deutschlands begleitet das IBB Menschen in Teilzeit, Berufsrückkehrerinnen, Ältere und Personen in beruflichen Übergangsphasen mit Weiterbildungen, Umschulungen und Coachings. Viele Angebote sind über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder das Qualifizierungsgeld förderbar und damit für die Zielgruppen zugänglich, die die IAB-Studie als Potenzialträger:innen identifiziert.
Weiterbildung als Rahmenbedingung
Die IAB-Studie zeigt, dass zusätzliche Arbeitsstunden mobilisierbar sind, allerdings durch bessere Anreize und geeignete Rahmenbedingungen, nicht durch pauschalen Druck. Weiterbildung ist eine dieser Rahmenbedingungen. Wer Menschen dabei unterstützt, ihre Qualifikation auszubauen oder in neue Berufsfelder zu wechseln, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sie dauerhaft und in dem Umfang erwerbstätig bleiben, der zu ihrer Lebenssituation passt.
Weitere Informationen zum Weiterbildungsangebot des IBB sind unter www.ibb.com verfügbar.
Quellenangabe zur zitierten Studie
Wanger, S. & Weber, E. (2026). Teilzeit und Krankenstand ? Potenzial für mehr Arbeitsstunden? Wirtschaftsdienst, 106(4), 237?243. DOI: 10.2478/wd-2026-0062
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