Drei Tage lang beschäftigten sich die Social Design Days Nürnberg 2026 mit der Frage, wie Zugehörigkeit in einer vielfältigen und weltoffenen Gesellschaft und Wirtschaft gestaltet werden kann.
Growing Together: Zugehörigkeit gestalten in einer weltoffenen Gesellschaft und Wirtschaft
Nürnberg, 23.10.2026 (PresseBox) - .
Das waren die Social Design Days Nürnberg 2026.
Designer:innen, Unternehmer:innen, Wissenschaftler:innen sowie Akteur:innen aus Kommunen und Zivilgesellschaft diskutierten, entwickelten Ideen und erprobten neue Ansätze. Eine zentrale Erkenntnis: Zugehörigkeit entsteht nicht von selbst ? sie braucht Räume für Begegnung, Beteiligung, gemeinsame Gestaltung und vor allem Engagement.
Vom 7. bis 9. Oktober 2026 lud bayern design gemeinsam mit der IHK Nürnberg für Mittelfranken zur vierten Ausgabe der Social Design Days ein.
Vielfalt als Ausgangspunkt
Fast ein Drittel der Menschen in Deutschland hat heute eine Migrationsgeschichte, in Städten wie Nürnberg sogar rund jede zweite Person. Wie Zusammenleben unter diesen Bedingungen gelingen kann, war eine zentrale Frage der Social Design Talks.
In ihren Eröffnungsansprachen waren sich alle einig: Nadine Vicentini, Geschäftsführerin von bayern design, Johannes Bisping, Vizepräsident der IHK Nürnberg für Mittelfranken, Cornelia Trinkl, Bildungsreferentin der Stadt Nürnberg, Tobias Gotthardt, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, und Jesko Rölz, Ministerialrat im Bayerischen Wirtschaftsministerium betonten die Wichtigkeit von Vielfalt für unsere Gesellschaft und Wirtschaft.
Dabei wurde deutlich: Offenheit und Zusammenhalt sind keine Gegensätze. Vielfalt kann Innovationskraft und wirtschaftliche Entwicklung stärken und ist zugleich eine Grundlage für eine lebendige Demokratie. Design kann dazu beitragen, unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen, Verständigung zu fördern und gemeinsame Lösungen zu entwickeln.
Zugehörigkeit beginnt mit Perspektivwechsel
Simon Usifo, Marketingexperte, Speaker und Autor, eröffnete die Talks mit einem Blick auf Wirtschaft und Unternehmenskultur. Anhand persönlicher Erfahrungen zeigte er, wie prägend Zugehörigkeit für die persönliche Entwicklung sein kann. Seine Geschichte vom ?Ausziehen" der Hautfarbe beim Anziehen der Sportschuhe machte deutlich, wie stark Wahrnehmung und Identität auch alltägliche Situationen prägen.
Für Unternehmen bedeutet das: Vielfalt allein reicht nicht. Es braucht Rahmenbedingungen, in denen unterschiedliche Erfahrungen, Sichtweisen und Biografien tatsächlich wirksam werden können. Auch Katrin Nissel von der Hochschule Bremen stellte deshalb das Zuhören und den Perspektivwechsel in den Mittelpunkt. Design Thinking könne helfen, unterschiedliche Erfahrungen ernst zu nehmen, Konflikte konstruktiv zu bearbeiten und dadurch Vertrauen und Zusammenarbeit zu ermöglichen.
Gemeinsame Identität und Vielfalt
Wie Zugehörigkeit durch gemeinsame Identität entstehen kann, zeigte Katharina Fritsch vom 1. FC Nürnberg. Der Fußballverein ist für viele Menschen weit über den Sport hinaus ein identitätsstiftender Bezugspunkt. Dabei spielen auch unterschiedliche religiöse Identitäten und der verantwortungsvolle Umgang mit der Geschichte eine Rolle. Das Engagement des Vereins gegen Antisemitismus, Rassismus und Homophobie zeigt, wie gesellschaftliche Verantwortung und gemeinschaftliche Identität miteinander verbunden werden können.
Gabriel Fontana und Huda Smitshuijzen AbiFarès richteten den Blick anschließend auf scheinbar selbstverständliche Regeln und Gestaltungssysteme. Ob im Sport oder in der Typografie: Gestaltung beeinflusst, wer sich repräsentiert fühlt, wer selbstverständlich dazugehört und wer ausgeschlossen wird. Zugehörigkeit wird damit auch in alltäglichen Entscheidungen verhandelt: in Sprache, Symbolen, Regeln und visuellen Systemen.
Öffentliche Räume gemeinsam gestalten
Eine weitere Perspektive eröffnete Erol Yildiz, der dazu einlud, Städte aus einer postmigrantischen Perspektive zu betrachten. Stadtviertel, Straßen und Plätze sind demnach keine neutralen Räume. Sie werden von den Geschichten und Erfahrungen der Menschen geprägt, die sie nutzen. Wer Städte gestaltet, gestaltet deshalb immer auch Formen des Zusammenlebens.
Wie eine solche Beteiligung konkret aussehen kann, zeigten Zijad Doli?anin und Annika Storch mit ihrem Projekt für einen öffentlichen Raum unter einer Autobahnbrücke in Offenbach. Gemeinsam mit Anwohner:innen entwickelten sie einen Entwurf für einen Ort der Begegnung, Bewegung und Teilhabe. Das Projekt macht deutlich, welches Potenzial darin liegt nicht für Menschen, sondern gemeinsam mit ihnen zu gestalten.
Design als soziale Praxis
Fabrizio Urettini, Gründer und künstlerischer Leiter von Talking Hands, richtete den Blick auf die Zivilgesellschaft als Katalysator gesellschaftlicher Innovation. Aus mehr als zehn Jahren gemeinsamer Arbeit mit jungen geflüchteten Menschen unterschiedlicher Herkunft berichtete er von Projekten, in denen Gestaltung vor allem als gemeinsamer Prozess verstanden wird.
Damit wurde ein Gedanke deutlich, der sich durch die gesamten Social Design Days zog: Gestaltung ist nicht nur eine Disziplin, sondern auch eine soziale Praxis. Sie kann Unterschiede sichtbar machen, ohne zu trennen, Konflikte aushalten und neue gemeinsame Perspektiven entwickeln.
Vom Diskurs zur Zusammenarbeit
Dass Social Design nicht bei der Diskussion endet, zeigte der anschließende Social Design Days Jam. Interdisziplinäre Teams arbeiteten gemeinsam mit dem Work and Stay Center an Fragestellungen rund um Migration, Fachkräftegewinnung und langfristige gesellschaftliche Teilhabe. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie internationale Talente nicht nur für die Region gewonnen, sondern auch langfristig eingebunden werden können.
Die drei Tage in Nürnberg machten damit deutlich: Zugehörigkeit ist kein Zustand, sondern ein fortlaufender Prozess. Sie entsteht durch Begegnung, Beteiligung und die Bereitschaft, unterschiedliche Perspektiven ernst zu nehmen.
?Zugehörigkeit lässt sich nicht verordnen. Aber sie lässt sich gestalten." Diese Erkenntnis verbindet die unterschiedlichen Beiträge der Social Design Days 2026. Angefangen vom Unternehmen über den Fußballverein und den öffentlichen Raum bis hin zu Sprache, Typografie und gemeinsamer Ideenentwicklung.
Mehr zu den Social Design Days Talks und den Speaker:innen hier über diesen Link.
Zitate:
?Menschen haben keine Wurzeln, sondern Beine.? ? Nicolò Degiorgis
?Vielfalt ist eine Bereicherung, keine Bedrohung.? ? Katharina Fritsch
?Zusammenwachsen heißt nicht: Wir werden uns immer ähnlicher, sondern: Wir werden immer fähiger, mit Verschiedenheit umzugehen.? - Katrin Nissel
?Beim Anziehen der Sportschuhe habe ich die Hautfarbe ausgezogen.? ? Simon Usifu
Über die Social Design Days
Die Social Design Days Nürnberg sind eine Veranstaltung von bayern design. Sie bringen Akteur:innen aus Design, Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Kommunen und Zivilgesellschaft zusammen, um gesellschaftliche Herausforderungen aus der Perspektive von Gestaltung zu betrachten und gemeinsam neue Lösungsansätze zu entwickeln.
Fotos: Sven Stolzenwald
Das waren die Social Design Days Nürnberg 2026.
Designer:innen, Unternehmer:innen, Wissenschaftler:innen sowie Akteur:innen aus Kommunen und Zivilgesellschaft diskutierten, entwickelten Ideen und erprobten neue Ansätze. Eine zentrale Erkenntnis: Zugehörigkeit entsteht nicht von selbst ? sie braucht Räume für Begegnung, Beteiligung, gemeinsame Gestaltung und vor allem Engagement.
Vom 7. bis 9. Oktober 2026 lud bayern design gemeinsam mit der IHK Nürnberg für Mittelfranken zur vierten Ausgabe der Social Design Days ein.
Vielfalt als Ausgangspunkt
Fast ein Drittel der Menschen in Deutschland hat heute eine Migrationsgeschichte, in Städten wie Nürnberg sogar rund jede zweite Person. Wie Zusammenleben unter diesen Bedingungen gelingen kann, war eine zentrale Frage der Social Design Talks.
In ihren Eröffnungsansprachen waren sich alle einig: Nadine Vicentini, Geschäftsführerin von bayern design, Johannes Bisping, Vizepräsident der IHK Nürnberg für Mittelfranken, Cornelia Trinkl, Bildungsreferentin der Stadt Nürnberg, Tobias Gotthardt, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, und Jesko Rölz, Ministerialrat im Bayerischen Wirtschaftsministerium betonten die Wichtigkeit von Vielfalt für unsere Gesellschaft und Wirtschaft.
Dabei wurde deutlich: Offenheit und Zusammenhalt sind keine Gegensätze. Vielfalt kann Innovationskraft und wirtschaftliche Entwicklung stärken und ist zugleich eine Grundlage für eine lebendige Demokratie. Design kann dazu beitragen, unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen, Verständigung zu fördern und gemeinsame Lösungen zu entwickeln.
Zugehörigkeit beginnt mit Perspektivwechsel
Simon Usifo, Marketingexperte, Speaker und Autor, eröffnete die Talks mit einem Blick auf Wirtschaft und Unternehmenskultur. Anhand persönlicher Erfahrungen zeigte er, wie prägend Zugehörigkeit für die persönliche Entwicklung sein kann. Seine Geschichte vom ?Ausziehen" der Hautfarbe beim Anziehen der Sportschuhe machte deutlich, wie stark Wahrnehmung und Identität auch alltägliche Situationen prägen.
Für Unternehmen bedeutet das: Vielfalt allein reicht nicht. Es braucht Rahmenbedingungen, in denen unterschiedliche Erfahrungen, Sichtweisen und Biografien tatsächlich wirksam werden können. Auch Katrin Nissel von der Hochschule Bremen stellte deshalb das Zuhören und den Perspektivwechsel in den Mittelpunkt. Design Thinking könne helfen, unterschiedliche Erfahrungen ernst zu nehmen, Konflikte konstruktiv zu bearbeiten und dadurch Vertrauen und Zusammenarbeit zu ermöglichen.
Gemeinsame Identität und Vielfalt
Wie Zugehörigkeit durch gemeinsame Identität entstehen kann, zeigte Katharina Fritsch vom 1. FC Nürnberg. Der Fußballverein ist für viele Menschen weit über den Sport hinaus ein identitätsstiftender Bezugspunkt. Dabei spielen auch unterschiedliche religiöse Identitäten und der verantwortungsvolle Umgang mit der Geschichte eine Rolle. Das Engagement des Vereins gegen Antisemitismus, Rassismus und Homophobie zeigt, wie gesellschaftliche Verantwortung und gemeinschaftliche Identität miteinander verbunden werden können.
Gabriel Fontana und Huda Smitshuijzen AbiFarès richteten den Blick anschließend auf scheinbar selbstverständliche Regeln und Gestaltungssysteme. Ob im Sport oder in der Typografie: Gestaltung beeinflusst, wer sich repräsentiert fühlt, wer selbstverständlich dazugehört und wer ausgeschlossen wird. Zugehörigkeit wird damit auch in alltäglichen Entscheidungen verhandelt: in Sprache, Symbolen, Regeln und visuellen Systemen.
Öffentliche Räume gemeinsam gestalten
Eine weitere Perspektive eröffnete Erol Yildiz, der dazu einlud, Städte aus einer postmigrantischen Perspektive zu betrachten. Stadtviertel, Straßen und Plätze sind demnach keine neutralen Räume. Sie werden von den Geschichten und Erfahrungen der Menschen geprägt, die sie nutzen. Wer Städte gestaltet, gestaltet deshalb immer auch Formen des Zusammenlebens.
Wie eine solche Beteiligung konkret aussehen kann, zeigten Zijad Doli?anin und Annika Storch mit ihrem Projekt für einen öffentlichen Raum unter einer Autobahnbrücke in Offenbach. Gemeinsam mit Anwohner:innen entwickelten sie einen Entwurf für einen Ort der Begegnung, Bewegung und Teilhabe. Das Projekt macht deutlich, welches Potenzial darin liegt nicht für Menschen, sondern gemeinsam mit ihnen zu gestalten.
Design als soziale Praxis
Fabrizio Urettini, Gründer und künstlerischer Leiter von Talking Hands, richtete den Blick auf die Zivilgesellschaft als Katalysator gesellschaftlicher Innovation. Aus mehr als zehn Jahren gemeinsamer Arbeit mit jungen geflüchteten Menschen unterschiedlicher Herkunft berichtete er von Projekten, in denen Gestaltung vor allem als gemeinsamer Prozess verstanden wird.
Damit wurde ein Gedanke deutlich, der sich durch die gesamten Social Design Days zog: Gestaltung ist nicht nur eine Disziplin, sondern auch eine soziale Praxis. Sie kann Unterschiede sichtbar machen, ohne zu trennen, Konflikte aushalten und neue gemeinsame Perspektiven entwickeln.
Vom Diskurs zur Zusammenarbeit
Dass Social Design nicht bei der Diskussion endet, zeigte der anschließende Social Design Days Jam. Interdisziplinäre Teams arbeiteten gemeinsam mit dem Work and Stay Center an Fragestellungen rund um Migration, Fachkräftegewinnung und langfristige gesellschaftliche Teilhabe. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie internationale Talente nicht nur für die Region gewonnen, sondern auch langfristig eingebunden werden können.
Die drei Tage in Nürnberg machten damit deutlich: Zugehörigkeit ist kein Zustand, sondern ein fortlaufender Prozess. Sie entsteht durch Begegnung, Beteiligung und die Bereitschaft, unterschiedliche Perspektiven ernst zu nehmen.
?Zugehörigkeit lässt sich nicht verordnen. Aber sie lässt sich gestalten." Diese Erkenntnis verbindet die unterschiedlichen Beiträge der Social Design Days 2026. Angefangen vom Unternehmen über den Fußballverein und den öffentlichen Raum bis hin zu Sprache, Typografie und gemeinsamer Ideenentwicklung.
Mehr zu den Social Design Days Talks und den Speaker:innen hier über diesen Link.
Zitate:
?Menschen haben keine Wurzeln, sondern Beine.? ? Nicolò Degiorgis
?Vielfalt ist eine Bereicherung, keine Bedrohung.? ? Katharina Fritsch
?Zusammenwachsen heißt nicht: Wir werden uns immer ähnlicher, sondern: Wir werden immer fähiger, mit Verschiedenheit umzugehen.? - Katrin Nissel
?Beim Anziehen der Sportschuhe habe ich die Hautfarbe ausgezogen.? ? Simon Usifu
Über die Social Design Days
Die Social Design Days Nürnberg sind eine Veranstaltung von bayern design. Sie bringen Akteur:innen aus Design, Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Kommunen und Zivilgesellschaft zusammen, um gesellschaftliche Herausforderungen aus der Perspektive von Gestaltung zu betrachten und gemeinsam neue Lösungsansätze zu entwickeln.
Fotos: Sven Stolzenwald
Über "bayern design GmbH":
bayern design ist das Kompetenzzentrum für Wissenstransfer und Kollaborationen rund um Design in Bayern. Mit seinen Projekten unterstreicht es die Bedeutung von Gestaltung. Denn Design spielt eine Schlüsselrolle bei der Bewältigung des wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und nachhaltigen Wandels. Die bayern design GmbH wird vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie unterstützt und ist die Veranstalterin von Deutschlands größtem Design-Event, der munich creative business week (mcbw), die vom 4. bis 10. Mai 2026 in München stattfindet. Im Trägerverein bayern design forum e.V. engagieren sich designaffine Unternehmen, Agenturen und Freelancer aller Designdisziplinen, Architekturbüros, Wirtschaftskammern, Hochschulen und Verbände.
Weitere Informationen unter: www.bayern-design.de, www.mcbw.de, www.socialdesigndays.de
Weitere Informationen unter: www.bayern-design.de, www.mcbw.de, www.socialdesigndays.de
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